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USA und Russland gegen das TOR-Netzwerk – Ein Kommentar

Russland schreibt eine Belohnung in Höhe von EUR 82.000 aus, um Forscher zum Enttarnen anonymer Surfer im TOR-Netzwerk zu motivieren. Das russische Innenministerium möchte mit dieser “verlockenden” Prämie die Deanonymisierung von TOR (“The Onion Router”) erreichen.

“The Onion Router” (TOR) ist eine Software, bei welcher der Internetverkehr (z.B. Anfrage an eine Suchmaschine) durch verschiedene Server (“Schichten”) geleitet wird. Mit jeder Serververbindung wird eine neue IP-Adresse vergeben. Dadurch wird die ursprüngliche IP-Adresse am Zielort im Netz verschleiert. Der ursprüngliche Standort einer Anfrage im Netz kann somit nicht mehr ermittelt werden.

USA und Russland gegen das TOR-Netzwerk

Nachdem Anfang Juli bekannt wurde, dass die NSA die Infrastruktur und die Nutzer des TOR-Netzwerkes ausspäht, berichten nun der Spiegel und Golem, dass auch die russische Regierung ein großes Interesse an der Deanonymisierung des TOR-Netzwerkes hat. So sei die Zahl der TOR-Nutzer im letzten Jahr sprunghaft von 80.000 auf 200.000 gestiegen. Genau wie in China ist auch das Internet innerhalb Russlands stark zensiert.

Da TOR dem Endpunkt im Netz eine andere IP-Adresse als die ursprüngliche vorgibt, ist es damit möglich etwaigen Zensuren im Netz zu entgehen. Gerade Personen, die im Rahmen ihrer Arbeit auf Geheimhaltung und Anonymität, wie zum Beispiel Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Anwälte, angewiesen sind, nutzen TOR. Auf Grund der bekanntgewordenen Überwachung durch die Geheimdienste nutzen aber auch vermehrt “normale” Bürger TOR zum Schutz ihrer Privatsphäre.

Big Brother sagt: Du bist ein Extremist

Die Mehrzahl der Menschen werden TOR sicher nicht zu kriminellen Zwecken nutzen. Doch genau hiervon geht die NSA aus, wenn Sie Personen, die TOR Nutzen oder sonst nach Anonymisierungssoftware im Netz suchen als “Extremisten” bezeichnen. Das dies der Fall ist, berichtete bereits die Tagesschau Anfang diesen Monats im Zusammenhang mit der Überwachung des deutschen TOR-Nutzers Sebastian Hahn. Damit werden ersichtlich alle Nutzer von der NSA unter Generalverdacht gestellt und der Nutzer ist in der misslichen Situation, dem Großen Bruder beweisen zu müssen, dass er keinen Dreck am Stecken hat. Genau diese Situation soll der Datenschutz aber verhindern.

Dass nun auch Russland die Deanonymisierung vorantreiben will wird sehr wahrscheinlich die gleichen Gründe haben, die auch die NSA zu dem Vorgehen bewogen haben. Es entsteht jedoch der Eindruck als käme es hier zu einem Cyber-Wettrüsten zwischen den USA und Russland zum knacken der wahrscheinlich letzten Möglichkeit auf Anonymität im Netz für den freien Bürger.

Wichtiger Hinweis:

Die Tagesschau berichtet, dass die NSA Nutzer bereits bei der Suche nach Anonymisierungssoftware oder dem Aufruf der Seite von TOR als Verdächtige kennzeichnet. Daher haben wir zu Ihrem Schutz darauf verzichtet, die Seiten zu verlinken.

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