Google und Datenschutz

Die Suchmaschine Google ist ein nützlicher Helfer und findet eigentlich immer das, was man gerade sucht – und sogar noch viel mehr als das. Gerade aus diesem Grund, scheinen sich Google und Datenschutz zu widersprechen.

Die Flucht vor Google

Seit Dezember werden Suchergebnisse sogar ohne Zustimmung der Nutzer „personalisiert”. Google speichert nicht nur alles, wonach der Nutzer je gesucht hat und alle Suchergebnis-Links, die er je angeklickt hat, sondern auch noch alles andere, was der User mit seinem Browser macht. Dabei ist es unerheblich, ob der Nutzer einen Google-Account hat oder nicht. Der einzige Unterschied ist nur, dass das Unternehmen bei einem bestehenden Account auch noch den Namen des Nutzers kennt.

Es gibt viele Tipps, wie Sie sich vor Google verstecken können.

Google Analytics

Analysetools bieten die Möglichkeit, die Besuche von Nutzern auf den jeweiligen Seiten zu analysieren und so ein bestimmtes Profil vom jeweiligen Nutzer zu erstellen.

Der Einsatz von Google Analytics war bisher unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten unzulässig. Denn nach § 13 Telemediengesetz (TMG) hat der jeweilige Diensteanbieter (Websitebetreiber) den Nutzer zu Beginn eines Nutzungsvorganges über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten zu unterrichten. Der Nutzer hat in die Verarbeitung seiner Daten einzuwilligen bzw. muss diese jederzeit für die Zukunft widerrufen können. Dieser Verpflichtung aus dem TMG konnte der jeweilige Webseitenbetreiber beim Einsatz von Google Analytics nicht nachkommen, da eine Einwilligung vor Einsatz der Software nicht möglich war. In dem Moment, in dem der Nutzer die Seite aufrief, wurden bereits Daten über ihn gespeichert und ein Nutzerprofil erstellt.

Auf Grundlage der im November 2009 vom Düsseldorfer Kreise beschlossenen Eckpunkte zum datenschutzkonformen Umgang mit Webanalysetools wurde sodann eine Einigung erzielt.

Diese führte dazu, dass Google nun eine Erweiterung für den Google Analytics Code anbietet, die eine Anonymisierung der IP-Adressen vor Übermittlung an Google-USA bewirkt, indem die letzten 8 Bit gelöscht werden. Dies ist deshalb wichtig, weil Aufsichtsbehörden IP-Adressen als personenbezogenes Datum ansehen. Dadurch ist eine eindeutige Identifizierung der Webseiten-Besucher allerdings nur seitens Google-USA ausgeschlossen. Eine grobe und insoweit datenschutzrechtlich zulässige Lokalisierung der Besucher bleibt bestehen. Daneben stellt Google ein Add-On bereit, mit dem sich die Analyse durch Google Analytics komplett abschalten lässt. Dieses Tool setzt somit das Widerrufsrecht des Nutzers um.

Hier finden Sie eine kurze Anleitung, inklusive Erläuterungen und Beispielen, zur datenschutzgerechten Nutzung von Google Analytics:

Für diejenigen, denen der Einsatz von Google Analytics nun zu aufwendig erscheint, gibt es auch Alternativen, welche ebenfalls das Besucherverhalten auf Webseiten analysieren. Ein Beispiel hierfür ist das Analysetool “etracker”, das vom Hamburgischen Datenschutzbeauftragten für datenschutzkonform erklärt wurde. Alternativ dazu ist auch der datenschutzkonforme Einsatz des Open-Source-Projektes “Piwik” möglich.

Google Street View

Seit 2005 gibt es bei Google die Möglichkeit, den Dienst „Google Maps“ zu nutzen. Dadurch wird es möglich Orte, Straßenbezüge oder Hotels online zu suchen. Die genaue Position kann man sich dann auf einer Karte von der Erdoberfläche per Satelliten- und Luftbilder im Internet anzeigen lassen.

Derzeit fährt Google auf deutschen Straßen nimmt detaillierte Bilder von Häusern und Straßenzügen auf. Dabei werden Aufnahmen in einer 360 Grad Ansicht und in einer Höhe von 2,50 m gemacht, so dass auch der Blick über hecken und Zäune möglich ist.
Zusätzliches Problem bei Google Street View ist, dass die Daten gleich nach deren Aufnahme in die USA geschickt werden. Dadurch haben die deutschen Behörden eigentlich keine rechtliche Grundlage gegen ein Vorgehen gegen Google, deren Sitz in den USA liegt.

Das Vorgehen von Google stieß und stößt bei deutschen Datenschützern auf große Kritik, da ursprünglich nicht einmal die Möglichkeit des Widerspruchs gegeben war.
Diese Möglichkeit wurde nach langem hin und her zwischen Datenschutzbehörden und Google eingeräumt und es wurde ein Kompromiss zwischen beiden Lagern geschlossen. Derzeit gibt es eine so genannte „opt-out“-Lösung. Das bedeutet, dass Google erstmal Bilder aufnimmt und der einzelne Bürger danach der Veröffentlichung widersprechen kann.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) gibt sich mit dieser Einigung nicht zufrieden und will mehr. Ihrer Meinung nach

„sollten die Bürger nicht gegen eine Veröffentlichung ihrer privaten Daten widersprechen müssen, sondern Google sollte die Pflicht haben, die Genehmigung der Bürger einzuholen, wenn sie das Foto eines Privathauses veröffentlichen möchten“.

Aus dem „opt-in“ soll ein „opt-out“ werden.
Frau Aigner steht im Kontakt mit dem Innenministerium, “um rechtliche Schritte und mögliche Gesetzesänderungen zu prüfen”. Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.

Den aktuellen Stand der Diskussion können Sie hier nachlesen.

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3 Kommentare zum Beitrag “Google und Datenschutz”

  1. Datenschutzrechtliche Risiken beim Einsatz von Google Analytics | Externer Datenschutzbeauftragter (BDSG) schreibt:

    1. Juli 2010 um 16:01

    [...] Google steht nicht nur wegen des Tools “Analytics” in der Kritik. [...]

  2. Google Datenschutzänderungen – wie schützen? « knasan schreibt:

    26. Februar 2012 um 21:11

    [...] ein paar Informationen: Süddeutsche.de – Google: Datenschutzänderungen datenschutzbeauftragter-info.de: Google und Datenschutz golem.de – Daten aus Google+ und Mail für Suche und Werbung blog.xmachina.de – [...]

  3. Plichtname schreibt:

    28. November 2012 um 18:01

    Ich habe zwar keine ahnung was das genau im einzelnen alles heißt doch es hat mir sehr geholfen meine Hausarbeit über das Thema Google und datenschutz zu verfassen . vielen dank

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