SEPA: Auswirkungen für Unternehmen und Bürger

Mittwoch, 24. Juli 2013, 14:15 Uhr

Bis Ende Januar 2014 haben Unternehmen und Bürger noch Zeit, sich umzustellen, ab 01.02.2014 muss SEPA dann sitzen.

Doch bislang herrscht Ruhe und nur die wenigsten Unternehmen haben die SEPA-Umstellung bereits vorgenommen und auch den meisten Privatpersonen ist SEPA bislang kein Begriff.

Was ist SEPA?

SEPA steht für Single Euro Payments Area und verfolgt das Ziel der künftigen Nutzung einheitlicher Verfahren und Standards im Euro-Zahlungsverkehr. Bereits im Jahre 2008 wurde SEPA eingeführt und seitdem wird dabei nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden.

Laut Deutscher Bundebank

„können Nutzer von Zahlungsverkehrsdienstleistungen mit SEPA bargeldlose Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto innerhalb Europas vornehmen und hierbei einheitliche Zahlungsinstrumente nutzen wie bisher auf nationaler Ebene.“

Statt wie bisher mit Kontonummer und Bankleitzahl zu arbeiten, ist künftig die IBAN (= weltweit gültige Nummer für das Girokonto) und der BIC (Bank Identifier Code) notwendig. Für die Steuerung der SEPA-Aktivitäten ist der European Payments Council (EPC) mit Sitz in Brüssel zuständig, der aus 74 Mitgliedern aus 32 europäischen Ländern besteht.

Wer ist von SEPA betroffen?

Von SEPA betroffen ist jeder, der am bargeldlosen (Euro-)Zahlungsverkehr teilnimmt. Das heißt, dass sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen betroffen sind, die ein Bankkonto in einem der SEPA-Mitgliedstaaten haben und Zahlungen in Euro vornehmen.

Was bedeutet SEPA für Unternehmen?

Für Unternehmen bedeutet SEPA eine Umstellung Ihres Zahlungsverkehrs. Betroffene Abteilungen sind neben der Buchhaltung und der Personalabteilung unter anderem auch die IT. Neben der systemseitigen Anpassung auf SEPA müssen auch Geschäftspapier und Prozesse angepasst werden sowie die für SEPA notwendige Gläubiger-ID bei der Deutschen Bundesbank beantragt werden.

Die Gläubiger-ID (Creditor Identifier/CI) ist ein verpflichtendes Merkmal zur kontounabhängigen und eindeutigen Kennzeichnung des Lastschriftgläubigers und daher eine zwingende Voraussetzung für die SEPA Nutzung.

Was bedeutet SEPA für Bürger?

Auch Bürger müssen sich auf das neue Verfahren einstellen, da auch sie eine Gläubiger-ID benötigen. Diese wird nach Aussage der Bundesbank unabhängig von den rechtlichen Eigenschaften und der wirtschaftlichen Situation des Antragstellers und enthält keine diesbezüglichen Aussagen oder Bewertungen.

Darüber hinaus ist SEPA für Bürger deshalb besonders interessant, da es das SWIFT-System erweitert. Denn neben der IBAN ist der BIC erforderlich, der wiederum aus dem SWIFT-Code zugewiesen wird. SWIFT ist ein völkerrechtliches Abkommen zwischen der EU und den USA, das den Zugriff US-amerikanischer Behörden auf die Daten der SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) regelt.

Gespeichert werden bei der SWIFT unter anderem die Namen von Absender und Empfänger einer Überweisung und die Adresse. Dieser Umstand birgt laut AK Vorrat insbesondere die Gefahr, dass mit der Einführung von SEPA auch alle innernationalen Überweisungen vom Ausland aus überwacht werden können.

Wo kann man mehr über SEPA erfahren?

Mehr über SEPA und die besonderen Auswirkungen für einzelne Bereiche erfahren Sie unter folgenden Links:

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3 Kommentare zum Beitrag “SEPA: Auswirkungen für Unternehmen und Bürger”

  1. BIC Spender schreibt:

    25. Juli 2013 um 10:05

    Guten Tag!
    Meines Wissens brauchen Bürger nur eine Gläubiger-ID, wenn sie selbst Geld per Lastschrift einziehen wollen, also im Privatbereich so gut wie gar nicht.
    Soviel ich weiß, werden über das SWIFT-Verfahren auch nur Namen, IBAN, BIC, Verwendungszweck und Betrag, bei Lastschriften auch die Gläubiger-ID, übermittelt, aber keine Adressen, soweit sie nicht explizit vom Absender angegeben wurden.

  2. Dr. Datenschutz schreibt:

    25. Juli 2013 um 11:45

    @ BIC Spender

    Vgl. hierzu haufe.de : “Jeder, der eine Lastschrift als Zahlungsempfänger initiieren will, benötigt ein Mandat und damit eine Gläubiger-Identifikationsnummer. Das gilt auch für private Verbraucher.”

  3. kuno schreibt:

    25. Juli 2013 um 18:19

    Guten Tag,
    auch ich habe die Formulierung “Auch Bürger müssen sich auf das neue Verfahren einstellen, da auch sie eine Gläubiger-ID benötigen ” sofort als Fehler empfunden. Deutlicher würde es mit der Ergänzung “wenn sie selbst Geld per Lastschrift einziehen wollen”.

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