Tracking-Blocker „Ghostery“ in der Kritik

Mittwoch, 8. August 2012, 17:01 Uhr

Der Tracking-Blocker Ghostery, ein Add-On des US-amerikanischen Unternehmens Evidon erfreut sich bei datenschutzinteressierten Nutzern großer Beliebtheit. Das Programm zeigt an, welche Tracking-Skripte gerade das Surfverhalten eines Nutzers verfolgen.

Für Unmut sorgt nun, dass das Geschäftsmodell von Evidon auch vorsieht, durch den Einsatz von Ghostery zugleich die Interessen der Werbewirtschaft zu bedienen.

Ein nutzerfreundlicher und leistungsstarker Tracking-Blocker

Ghostery sticht im Vergleich zu anderen Tracking-Blockern positiv heraus, weil es für alle großen Browser installierbar ist und mittlerweile dazu in der Lage ist, über 200 verschiedene Skripte aufzuspüren. Zu jedem aufgespürten Skript kann der Nutzer Zusatz-Informationen abrufen und auch Einsicht in die jeweiligen Quellcodes nehmen. Er kann sogleich die unerwünschten Skripte blockieren lassen und/oder neue Tracker an Ghostery melden. Die Nutzerfreundlichkeit von Ghostery, d.h. die übersichtliche Gestaltung und Bedienung erleichtert dies dem Nutzer.

Wertvolle Informationen für die Werbewirtschaft

Wie die Seite VentureBeat es ausdrückt, ist Evidon allerdings intelligent genug zu erkennen, dass sich mit dem Blocken von Tracking-Cookies allein, kein Geld verdienen lässt. Die Meldungen, die der Nutzer bei Ghostery macht, werden in die Ghostery-Datenbank eingespeist, die dadurch immer auf dem aktuellen Stand über die neuesten Tracker ist.

Die Datenbank soll schon über 1.000 verschiedene Tracking-Programme erfasst haben. Diese Daten soll Evidon nun den betroffenen Werbefirmen andienen wollen. Die Unternehmen haben ein großes Interesse daran zu erfahren, auf welchen Seiten sich ihre Tracking-Code-Teile befinden und welche von den Usern besonders häufig geblockt werden. Die Daten können auch eine wertvolle Grundlage dafür sein, die Performance von Webseiten zu steigern.

Diametral entgegenstehende Interessen

Damit bewegt sich Evidon auf einem schmalen Grad zwischen den sich diametral entgegenstehenden Interessen ihrer Nutzer und ihrer Kunden aus der Werbewirtschaft. Immerhin verspricht Evidon in seien FAQ´s die gesammelten Daten niemals zu Werbezwecken zu verwenden. Für das Datensammeltool “GhostRank” wird auch immer noch die Zustimmung der Ghostery-Nutzer vorausgesetzt.

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3 Kommentare zum Beitrag “Tracking-Blocker „Ghostery“ in der Kritik”

  1. Thomas schreibt:

    8. August 2012 um 19:05

    Brauche ich das Plugin auch wenn ich alle Cookies blockiere oder ist das Plugin dann unnötig?

  2. Dr. Datenschutz schreibt:

    9. August 2012 um 15:49

    @Thomas

    Das Plugin identifiziert nicht nur Cookies, sondern darüber hinaus auch Web bugs, Zählpixel und Beacons. Das Plugin ist damit nicht per se unnötig, wenn Du “nur” alle Cookies blockiert hast. Nähere Informationen zu der Funktionsweise von Ghostery findest Du unter http://www.ghostery.com/

  3. Drei Firefox-Plugins für mehr Datenschutz | axelbreithut schreibt:

    4. September 2012 um 12:32

    [...] ist Ghostery allerdings in die Kritik geraten. Der Vorwurf lautet, dass mit den Daten der Nutzer auch die Interessen der Wirtschaft [...]

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