Abwehr einer Datenschutzklage ist Google 22,5 Millionen Dollar wert

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Weil Google die Datenschutzeinstellungen im Browser Safari umgangen haben soll, droht dem Internetkonzern in den USA nun eine Klage. Google hatte einen Weg gefunden, beim Safari-Browser ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen.

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, soll Google jetzt Vergleichszahlungen in Höhe von 22,5 Millionen Dollar angeboten haben, um eine Klage zu verhindern.

Die Hintergründe

Als Google vergangenes Jahr nach dem Vorbild des „like“-Buttons von Facebook den „+1“-Knopf einführte, stand der Internetriese vor folgendem Problem: Diese Technik funktioniert nur mit Cookies; der Apple-Browser Safari lässt aber, anders als beispielsweise Firefox, Chrome oder Internet Explorer, standardmäßig keine Cookies von Drittanbietern zu. Diese müssen vom Nutzer erst aktiv freischalten werden, was von den meisten nicht gemacht wird.

Um dieses Problem zu umgehen, soll Google so vorgegangen sein:

  • Google brachte einen Tracking-Code in Werbeanzeigen unter, die einen „+1“-Button für Googles soziales Netzwerk Google+ anzeigten.
  • Diese Anzeigen wiederum wurden auf den von Nutzern aufgerufenen Websites in einem sogenannten iFrame angezeigt, in das Google nur für Safari-Surfer ein leeres Formularfeld einbettete, das der Google Code „abschickte“.
  • Aus Sicht des Safari-Browsers sähe das Ganze so aus, als ob der Surfer gerade ein Formular ausgefüllt und abgeschickt habe. Deshalb werde dem iFrame erlaubt, ein Cookie beim Nutzer abzuspeichern.

Untersuchungen der US-Handelsbehörde FTC

Google hatte die Technik abgeschaltet, nachdem im Februar diesen Jahres eine Untersuchung öffentlich wurde, in der der Informatiker Jonathan Mayer die Praxis detailliert beschreibt. Seither untersuchen in den USA die Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) und die Staatsanwaltschaften mehrerer Bundesstaaten den Vorfall.

Google hat jetzt offenbar eingewilligt, 22,5 Millionen Dollar (18,3 Millionen Euro) zu zahlen, um einer Datenschutzklage in den USA zu entgehen. Allerdings soll noch die Zustimmung der FTC fehlen. Sollte diese den Vergleich abschließen, wäre es die höchste jemals von der FTC verhängte Strafe.

Kein Schuldeingeständnis

Trotz der Höhe der angebotenen Summe: Google gesteht hierdurch kein Fehlverhalten ein. Das Unternehmen betont, dass es sich lediglich um ein Versehen gehandelt habe. Apple hatte 2010 Einstellungen an Safari geändert, von denen die zuständigen Mitarbeiter bei Google nichts gewusst haben wollen. Google ließ verlauten: man habe der Strafe nur zugestimmt, um weiteren Ermittlungen zu entgehen.

In der Tat: Für Google ist es finanziell ein Leichtes, die Rekordstrafe zu verkraften. Der Konzern soll über Rücklagen im Höhe von 49 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) verfügen und für dieses Jahr mit Einkünften von rund 46 Milliarden Dollar (37,4 Milliarden Euro) rechnen.

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