Allein die Dosis macht’s…

gesundheit 08
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Der Blog der Zeit trumpfte kürzlich mit der interessanten Überschrift „Die Welt verbessern als Gesellschaftsspiel“ auf und lieferte damit einige interessante Vorschläge. Nämlich etwa, dass man das Datensammeln der Gegenwart für Nützliches in der Zukunft gewinnen könnte und gab dafür einige konkrete Beispiele an…

Überwachung vs. Weltretten

Wo Datenschützer und Kritiker immer wieder Gefahren wittern, wird im genannten Artikel der Zeit einmal die andere Seite beleuchtet: nämlich die, ob das Sammeln von Daten nicht auch einen wirklich positiven Aspekt haben kann. Zum Beispiel zur Überprüfung, ob bestimmte Vorgaben eingehalten werden – wenn dies so ist, lockt ein Steuernachlass, ein Gutschein oder eine sonstige „Belohnung“.

Erstellte Bewegungs- und Verhaltensprofile könnten auch dazu genutzt werden, bestimmte Verhaltensweisen zu verändern und dadurch auch zu verbessern. Die Vorstellung dahinter: etwa Bewegungsprofile von Handynutzern (anonymisiert) dafür zu nutzen, Ballungszentren von Handys zu analysieren und entsprechend zu umgehen, denn wo viele Handys sind, drohe Stau und so werden bereits entsprechende Informationen an Verkehrsleitsysteme weitergeleitet um größere Staus zu verhindern.

Die zwei Seiten der Medaille

Die Vorstellung klingt gut und gerade im Hinblick auf den Umweltschutz könnten diverse Daten auch positiv genutzt werden. Nicht nur das Stehenlassen des Autos sondern auch das Verringern des Mülls kann so registriert und entsprechend belohnt werden. Auch das Verringern des Stromverbrauchs ist über das Bilden von Verhaltensprofilen möglich.

Doch dabei dürfen natürlich wieder einige Aspekte nicht aus den Augen verloren werden. Denn immerhin können hier nicht nur anonymisierte Daten genutzt werden (wie etwa bei den Ballungszentren der Handys) sondern natürlich auch personenbezogene. Ein Rückschluss auf den Einzelnen wäre wieder möglich und damit wiederum müssten die Grundsätze des BDSG zum Schutz personenbezogener Daten beachtet werden.

Vertrauen ist gut…

…Kontrolle ist besser. In diesem Sinne sollte man sich nicht grundlegend gegen neue technische Errungenschaften wehren, sondern durchaus auch positive Aspekte der Weiterentwicklung für sich nutzen.

Ohne Zweifel bestehen Möglichkeiten, das Datensammeln tatsächlich für positive Zwecke zu nutzen. Allerdings bleiben dabei grundlegende Fragen offen, z.B. wer entscheidet, was eine positive Entwicklung ist, was „gutes“ und was „schlechtes“ Verhalten ist und wer wiederum für die Verhinderung eines Überwachungsstaats sorgen soll.

Und wie immer gilt auch in diesem Fall Paracelus Satz

„All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.“

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Ein Kommentar zu diesem Beitrag

  1. Die Dosis macht das Gift- das stimmt zwar. Doch viel eher macht den Unterschied einfach, für welchen Zweck Datenüberwachung eingesetzt wird. Immerhin ist es schon ein Unterschied ob man meine Bewegung mir zuliebe analysiert oder mich als einen potentiellen Verbrecher betrachtet, der rund um die Uhr überwacht werden muss. Auch wenn die positiven Zwecke vorstellbar sind: wer stellt sicher, dass die Daten auch für diese Zwecke eingesetzt werden? Etwas anderes wäre es, wenn ich selber über meine Daten verfügen könnte und diese dann für entsprechende Untersuchungen freigeben könnte. Das wäre allerdings etwas komplett anderes als der Status Quo.

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