Datenschutz – Jahresrückblick 2019 – Teil 1

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Liebe Leserinnen und Leser,

die Feiertage stehen bevor, das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Auch wenn es verlockend wäre, die Zukunft vorhersehen zu können: Es ist nun vielmehr an der Zeit, einen Blick zurückzuwerfen und das ereignisreiche Datenschutz-Jahr 2019 Revue passieren zu lassen.

Januar

Ob Sie letzten Januar Ski fuhren, Tee tranken oder sich unter der warmen Bettdecke verkrümelten – überwacht wurden Sie immer. Glauben Sie nicht? Wie wir festgestellt haben, ist der feuchte Traum der Stasi längst Realität. GPS, Mikrochips sowie Internet verraten mehr über Ihr Verhalten und Ihre Gedanken, als Ihnen lieb sein dürfte. Sie haben nichts zu verbergen? Facebook & Co. gefällt das!

Dass Spionage 2.0 nicht nur reine Science-Fiction ist, zeigen diverse Überwachungs-Apps, die unbemerkt im Hintergrund Daten abgreifen und Gespräche aufzeichnen. Für die Industriespionage eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Den Helikopter-Eltern ist es zu verdanken, dass auch Kinder zunehmend systematisch überwacht werden.

Zudem wirft der moderne Mensch von heute einen digitalen Blick durch das Schlüsselloch: Wer zuhause IP-Kameras einsetzt, riskiert, beim Essen, Schlafen oder sogar beim Toilettenbesuch beobachtet zu werden. Der Zugriff auf Netzwerkkameras ist daher bestmöglich zu beschränken.

Solchen Hightech-Kram nutzen Sie nicht? Gefahren lauern überall: Selbst USB-Sticks können Sie nicht bedingungslos vertrauen. BadUSBs mögen nicht nach Ihrem Leben trachten, großen Schaden können sie aber dennoch anrichten. Darum gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Auch bei Passwörtern sollte man lieber auf Nummer sicher gehen: Angesichts der Tatsache, dass 1234 immer noch eines der beliebtesten Passwörter darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass Mitte Januar eine Passwort-Sammlung von 773 Millionen Online-Konten auftauchte.

Das Internet – das Eldorado des Stubenhockers. Auch wenn sich die Online-Welt häufig als Wilder Westen präsentiert: Zeigen Sie dem Hacker, dass Sie Ihren Colt schneller ziehen können als er! Und sollten Sie dennoch Opfer eines Hackerangriffs geworden sein, helfen diverse Tools und Maßnahmen.

Februar

Wer sich Schadsoftware eingefangen hat, dem ist zu sagen: Nicht verzagen, unseren Blog befragen! Vielfach widmeten wir uns der Frage, was bei einem Virenbefall zu tun ist. Spätestens seit unserem Artikel im Februar ist bekannt – Stop Pulling the Plug! Spurensicherung im Arbeitsspeicher ist nämlich nur möglich, wenn das System nach dem Vorfall nicht heruntergefahren wurde.

Nach der Bereinigung des Systems erfolgt die Passwortänderung. Wer bei der Passwortvergabe leichte Zahlenreihen oder einfach zu erratende Wörter wählt, dem kann nur noch der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationssicherheit aus Baden-Württemberg helfen. Dieser lieferte im Februar nützliche Tipps zur Passwort-Sicherheit. Safety First!

Dass Dating-Apps mit Vorsicht zu genießen sind, dürfte nicht nur im Monat der Liebe von Bedeutung sein. Was viele Nutzer nicht beachten: Die Herzenswünsche bezahlen sie mit ihren Daten!

Um von der Bachelorette die lang ersehnte Rose zu erhalten, hat man heutzutage Umweltbewusstsein vorzuweisen: Carsharing und Elektroauto heißen die Zauberworte! Bei all der Gefühlsduselei sollte man den Datenschutz im Wandel der Mobilität jedoch nicht aus den Augen verlieren – im Zweifel werden keine stacheligen Blumen, sondern Daten verteilt!

Wer das Techtelmechtel dennoch an die Wand fährt, begibt sich zügig zu Dr. Love. Aber Achtung, der weiße Kittel täuscht: Das medizinische Personal verarbeitet äußerst sensible Gesundheitsdaten und kann schnell zu Dr. No werden, wenn der Datenschutz im Krankenhaus lediglich auf dem Beipackzettel steht.

März

Datenschutz ist für viele nur ein lästiger Schnupfen, den es abzuwehren oder auszukurieren gilt. Das Paradebeispiel dafür, warum der Schutz unserer Daten so wichtig ist, liefert China: Dort wird mit einem Sozialpunktesystem eine Welt ohne Datenschutz aufgebaut.

Doch auch, wenn Sie sich im Urlaub mal so richtig erholen wollen, bleiben Sie vom Datenschutzrecht nicht verschont: Das im World Wide Web gefundene Reiseschnäppchen kann bei einem erneuten Aufruf der Webseite teurer sein als zuvor. Wie „individuelles“ Dynamic Pricing datenschutzrechtlich zu bewerten ist, beleuchteten wir im März. Die Antwort fällt nicht allzu schwer – es kommt darauf an.

Daheimgebliebene sollten nicht zu tief ins Glas schauen, denn die darauffolgende Polizeikontrolle könnte mehr offenbaren, als gedacht. Wie im März bekannt wurde, werden Bodycam-Aufnahmen der Bundespolizei in einem Amazon-Cloud-Dienst gespeichert. Hey Datenschutz, alles safe? Jein. Ob Sie Amazons neues Werbegesicht für Energydrinks werden – wer weiß?

Internet ist Neuland? Von wegen! So gingen im März viele für Meinungsfreiheit und gegen Upload-Filter auf die Straße. Gebracht hat das Ganze nichts: Die EU-Urheberrechtsreform ging durch, trotz aller – auch datenschutzrechtlichen – Risiken.

Obwohl man Sicherheitspannen und Datenlecks zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert, gehen immer noch viel zu viele sorglos mit dem Internet um. Da sich Viren leider nicht mit Kleingeld zufriedengeben, beschäftigten wir uns letztlich auch damit, wie der Internetzugang der Mitarbeiter im Unternehmensnetz richtig abgesichert werden kann. Kleiner Tipp: Das Warndreieck brauchen Sie nicht hervorzuholen.

Bleiben Sie am Datenschutz-Ball, denn schon morgen geht es weiter mit den Monaten April bis Juni 2019 im Jahresrückblick 2019 – Teil 2.

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