Die Spackeria und der Datenschutz

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Die Zeiten für den Datenschutz waren schon mal besser. Auf der einen Seite sei er zu lasch und biete keinen wirklichen Schutz, so dass härtere Sanktionen gefordert werden. Auf der anderen Seite wird dagegen gehalten, Datenschutz sei veraltet, unpraktikabel und könne das, was er ursprünglich ein mal leisten sollte, sowieso nicht mehr gewährleisten.

Ist die Zeit des Datenschutzes nicht nur gerade schlecht sondern tatsächlich längst abgelaufen…?

„Post-Privacy“

Zumindest letztere Meinung vertreten die „Post-Privacy“-Anhänger: Privatsphäre gebe es nicht mehr und damit sei auch der Datenschutz an sich passé. Die „Spackeria“-Anhängerin Julia Schramm fordert daher laut tagesspiegel.de:

„Daten für alle und zwar umsonst. Wenn alle sämtliche Daten zur Verfügung hätten, würden sich gewisse Machtfragen nicht mehr stellen. Dabei geht es aber gar nicht grundsätzlich gegen Datenschutz. Dieser muss vielmehr auf den Grundlagen informationelle Selbstbestimmung und Anonymität fußen.“

Die Kontrolle über unsere Daten hätten wir eh schon längst verloren.

Irrwege

Selbst wenn man dem Tenor der „Spackeria“ wohl erst einmal skeptisch begegnet und diesen mit einem Augenrollen weglächeln will, so scheint bei einem genaueren Hinsehen doch was an den Aussagen dran zu sein. Denn Fakt ist wohl, dass viele der datenschutzrechtlichen Vorschriften eigentlich für eine analoge Welt geschrieben worden sind und daher an vielen Stellen nicht auf die digitale Welt anwendbar zu sein scheinen.

Doch dies kann kein Grund dafür sein, sämtliche Grundsätze im sozialen Zusammenleben gänzlich über Bord zu werfen. Natürlich gibt es zwar einige Grundsätze, die zweifelsohne nicht einfach übertragbar sind – andere aber eben schon. Und so muss es auch in der digitalen Welt immer noch die Möglichkeit geben, selbst darüber bestimmen zu können, ob und wem ich meine Daten gebe.

Das Problem dabei ist aber wieder einmal: wie soll das gehen?

Fragen über Fragen

Und so steht man vor der Frage: was soll überwiegen – der Schutz der personenbezogenen Daten oder doch die vielen Möglichkeiten, die der technische Fortschritt, die neuen Techniken und die Grenzenlosigkeit uns bieten?

Nicht nur, dass Recht und Technik gerade nicht wirklich an einem Strang ziehen, ist ein Zeichen, dass immer noch in alten Kasten gedacht wird. Nur selten hört die eine Seite mal auf die andere. Um Datenschutz gewährleisten zu können, ist aber nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben notwendig sondern eben auch die Prüfung, was technisch eigentlich alles möglich ist.

Umdenken

Genauso ist aber auch ein Umdenken in anderen Bereichen notwendig:

Ist der Begriff der Privatsphäre in China tatsächlich der gleiche wie in Deutschland oder der Türkei? Kann tatsächlich ein Einzelner beschließen, dass es keine Privatsphäre mehr gibt, nur weil er selbst sein ganzes Facebook-Profil auf „öffentlich“ gestellt hat? Und wenn es unterschiedliche Begriffe für Privatsphäre hat – welcher gilt denn nun in diesem Fall?

Und kann man Gesetze tatsächlich weiterhin nur innerhalb der Landesgrenzen beschließen oder sind gerade im Bereich des Internets weltweite Vorgaben notwendig?

So oder so, ein Umdenken ist erforderlich. Es kann weder sinnvoll sein, sich vor dem technischen Fortschritt zu verschließen noch diesen komplett über alles zu stellen. Wie immer gilt also:

Der Datenschutz ist tot,

lang lebe der Datenschutz!

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