Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für Flüge in die USA

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Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat angekündigt, schärfere Sicherheitsmaßnahmen für Flüge in die USA durchsetzen zu wollen. Damit soll der ursprünglich geplante „Laptop-Ban“ vermieden werden.

Ausweitung der Passagier-Screenings

In einer Pressekonferenz am Mittwoch in Washington gab der amerikanische Heimatschutzminister John Kelly bekannt, dass in Zukunft weitere, einschneidende Passagier-Screenings implementiert werden sollen. Wörtlich sagte er:

„Es ist an der Zeit, dass wir weltweit die Messlatte der globalen Flugsicherheit erhöhen. Wir müssen neue Maßstäbe setzen, um die reisende Öffentlichkeit sicher zu halten“.

Die Gründe aus Sicht der USA

Hinter den neuen Maßnahmen steht die wachsende Sorge der US-amerikanischen Behörden, dass an Bord geschmuggelte Sprengstoffsätze durch die bisherigen Scans übersehen werden könnten. So ist der Heimatschutzminister Kelly der Ansicht, dass ohne eine drastische Erhöhung der Sicherheitsstandards an allen neuralgischen Punkten, Terroristen weiter Wege finden werden, Anschläge zu verüben.

So seien Anschläge auf Flugzeuge für Terroristen immer noch das „Kronjuwel unter den Anschlagszielen“. Zuständig für die Umsetzung sollen die Airlines und Flughafenbetreiber selbst sein. Bei Nichtumsetzung drohen massive Konsequenzen.

Um welche Sicherheitsmaßnahmen geht es und wer ist betroffen?

Die weltweite Maßnahme trifft über 280 Flughäfen in 105 Ländern und damit ca. 2.000 Flüge und 325.000 Passagiere pro Tag.

Wie die Sicherheitsmaßnahmen konkret aussehen sollen, ließ das Heimatschutzministerium derweil offen. So viel steht aber fest: Elektronische Geräte wie Handys oder Laptops werden noch umfassender als bisher gescannt. Zudem werden die Passagiere selbst einer tiefergehenden Sicherheitsprüfung unterzogen. Auch Spürhunde und neue Screening-Technologien sollen vermehrt zum Einsatz kommen. Dabei soll jedes Gerät, das größer ist als ein Smartphone, einem vertieften Scan unterzogen werden.

„Die neuen Maßnahmen werden sichtbar und unsichtbar sein“, so ein Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums. Aus Sicherheitsgründen will das DHS bei der Ankündigung der neuen Maßnahmen jedoch nicht ins Detail gehen.

Daran, dass auch diese Maßnahme nur einen Zwischenschritt auf dem Weg zu noch mehr Kontrolle darstellen, ließ der Heimatschutzminister keinen Zweifel. Im Rahmen der Konferenz äußerte er sich dahingehend wie folgt:

„Das Heute ist nur der Ausgangspunkt, um Insider-Bedrohungen zu reduzieren und verdächtige Passagiere zu identifizieren.“

Wann werden die Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt?

Wann die Sicherheitsmaßnahmen konkret umgesetzt werden sollen, sei dabei noch offen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Airlines jedoch eine Frist von 21 Tagen haben, um das verstärkte Sprengstoff-Screening einzuführen. Die anderen Maßnahmen sollen schrittweise innerhalb von 120 Tagen umgesetzt werden. Die gesamte Umsetzung werde in etwa ein Jahr beanspruchen.

Sollten die Airlines die Sicherheitsmaßnahmen nicht wie geplant umsetzen, droht ihnen ein komplettes Laptop-Verbot auf allen Flügen in die USA – egal ob aufgegeben oder in der Kabine. Ein Wettbewerbsnachteil, den die wenigsten Unternehmen in Kauf nehmen werden wollen. Als Ultima Ratio soll nach Aussage Kellys auch ein komplettes Landeverbot möglich sein.

Für die 10 Airports (Abu Dhabi, Amman, Casablanca, Doha, Dubai, Dschidda, Istanbul, Kairo, Kuwait-Stadt und Riad), für die das Laptop-Verbot derzeit noch gilt, kann die Befolgung der neuen Richtlinien die Aufhebung des ursprünglichen Verbots bedeuten. Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA hatte den Laptop-Ban bereits im Mai als nicht zielführend bezeichnet und seine unkoordinierte Umsetzung kritisiert.

Es bleibt also abzuwarten, wie einschneidend die geplanten Maßnahmen für USA-Reisende werden. Längere Wartezeiten bei Check-In und Boarding scheinen allerdings genauso wahrscheinlich wie noch extensivere Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Flugreisenden.

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