Facebook App für angeblich anonyme Kommunikation

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Einem Zeitungsbericht der New York Times zufolge arbeitet Facebook derzeit an einer mobilen App, die es Nutzern ermöglichen soll, anonym miteinander zu kommunizieren. Die App soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Abweichung von der Klarnamenpflicht vs. Authentizität

Die Einführung der App weicht vom Gebot der Klarnamenpflicht ab, das erst kürzlich kontrovers diskutiert wurde. Ausgelöst wurde die Diskussion durch die Löschung einer Reihe von Profilen von Drag-Queens.

Denn bei Facebook sind grundsätzlich nur authentische Namen entsprechend den dort zugelassenen Ausweisformen erlaubt. Nur in seltenen Fällen werden Ausnahmen von dem Grundsatz der Klarnamenpflicht zugelassen.

Authentizität soll auf der Hauptseite von Facebook auch weiterhin gelten. Dies bestätigte jüngst auch Facebook-Manager Chris Cox, in einem Post bezüglich Identitätsfragen in sozialen Netzwerken:

“It’s part of what made Facebook special in the first place […]. By differentiating the service from the rest of the internet where pseudonymity, anonymity, or often random names were the social norm.”

Gemeint sei damit aber nicht der amtliche Name, sondern der Name, den die Nutzer im wirklichen Leben benutzen:

“Our policy has never been to require everyone on Facebook to use their legal name. The spirit of our policy is that everyone on Facebook uses the authentic name they use in real life.”

Ist Facebook bereit neue Wege zu beschreiten?

Mit der Einführung der neuen App will Facebook beweisen, offen für Innovation zu sein. Facebook Nutzern soll es nunmehr möglich sein Pseudonyme zu verwenden, um offen über Themen diskutieren zu können, mit denen sie namentlich nicht in Verbindung gebracht werden wollen.

Facebook lehnte eine Stellungnahme bisher ab. Unklar ist der New York Times zufolge noch, wie die geplante App mit Facebook als sozialem Netz zusammenwirkt – oder ob sie überhaupt daran angebunden ist.

Inwieweit die neue App tatsächlich Anonymität gewährleistet, bleibt abzuwarten. Facebook selbst dürfte es sich aber wohl nicht nehmen lassen, die Nutzer den jeweiligen Pseudonymen zuordnen zu können. Immerhin könnte es durch einen Einblick in die Diskussionen und ihre Teilnehmer einen noch genaueren Blick auf die Kunden bekommen, eine Grundlage für das wichtige Werbegeschäft.

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Ein Kommentar zu diesem Beitrag

  1. PROBLEM:
    1. Immer mehr Menschen werden vorsichtig mit ihren Äußerungen im Internet, auch auf Facebook. Aufgeschreckt durch immer neue Datenskandale werden sensible Themen (z.B. Gesundheit, Sexualität, Finanzen, Politik, Religion, Tod) gar nicht mehr oder zurückhaltener diskutiert.
    2. In der Folge fällt eine wichtige Datenbasis für die Bildung und Analyse von Persönlichkeitsprofilen weg. Werbekunden und behördliche Bedarfsträger klagen über nachlassende Datenqualität.

    LÖSUNG:
    Biete den Nutzern eine vorgeblich “anonyme” Kommunikationsmöglichkeit, die offen als geeignet für sensible Themen angespriesen wird. Die Nutzer sollen in falscher Sicherheit gewogen werden, damit sie wieder freizügiger über Sensibles reden. Im Hintergrund ist die Verknüpfung aller Daten weiter möglich.

    Facebook ist ein Meister seines Fachs. Manipulation ist sein Kerngeschäft. Die Menschen fallen darauf rein.

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