Facebook schickt jetzt Deine Freunde vor

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Mit einem Klick kann man auf Facebook seit neuestem den Beziehungsstatus von Freunden abfragen, wie der Spiegel heute berichtet. Mit der neuen Funktion nutzt das soziale Netzwerk die Neugier seiner Nutzer und kaschiert sehr geschickt die eigene Neugier.

Seid Ihr jetzt eigentlich zusammen?

Wer kennt diese Frage nicht: Im Freundeskreis sind Gerüchte aufgekommen und die Neugierigsten unter Ihnen gehen der Sache mit inquisitorischem Eifer nach. Dass man sich selbst über die Beziehung noch nicht im Klaren ist oder mit dem Verlangen einer Klärung die zarten Bande schon wieder zerreißen könnte, das interessiert solche Freunde wenig. Dass es Sie womöglich gar nichts angeht, liegt außerhalb ihrer Vorstellungskraft.

Genau diese Freunde spannt Facebook jetzt vor den Karren. Sie können einfach einen neuen Button betätigen und so den Beziehungsstatus ihrer Facebook-Freunde abfragen. Wenn Sie wollen, können Sie die Frage noch begründen oder näher eingrenzen. Es gibt keine Möglichkeit, zu verhindern, dass Freunde fragen, und nur eine begrenzte Zahl vorgegebener Antworten:

Quelle: www.arstechnica.com

Gruppenzwang effektiver als Nörgeln

Bislang hat das soziale Netzwerk selbst seine Mitglieder aufgefordert, möglichst vollständig Auskunft über die eigene Person zu geben. Das fängt schon bei dem Namen an, denn der Gebrauch von Spitznamen oder Pseudonyme ist untersagt. Wenn beim Anlegen des Mitglieder-Profils Felder frei blieben, wurde man automatisch und etwas nörgelnd darauf hingewiesen.

Seit Anfang des Jahres gibt es eine „About“-Box für die fehlenden Angaben, und zwar zu den Themen Arbeit, Adresse, E-Mail-Adresse, Schule/Universität und seit neuestem auch der Beziehungsstatus. Neben jeder dieser Kategorien gibt es einen „Frage“-Button, der nur angeklickt werden muss und die Befragten unter Zugzwang setzt.

Sie oder er kann der oder dem Fragenden zwar auch persönlich antworten und so eine gewisse Diskretion wahren. Aber es gibt jemand, der die Information auf jeden Fall auch erhält und im Zweifel noch neugieriger ist als die lästigsten Freunde: Facebook.

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Facebook wird immer mehr zur Stasi-Kopie. “Freunde” berichten untentwegt über ihre “Freunde”. Und so wird jeder auf Facebook zum unfreiwilligen Spitzel und füllt die Stasi-Akten bei Facebook.

  2. Lieber Dr. Datenschutz, ich lesen seit geraumer Zeit mit Interesse Ihren Newsletter und finde hier immer wieder spannende Informationen. Für manche Beiträge hielte ich aber etwas mehr fundierte Recherche oder zumindest eine kritischere Betrachtungsweise für wünschenswert.

    Sie schreiben in diesem interessanten Beitrag z.B.: “Bislang hat das soziale Netzwerk selbst seine Mitglieder aufgefordert, möglichst vollständig Auskunft über die eigene Person zu geben. Das fängt schon bei dem Namen an, denn der Gebrauch von Spitznamen oder Pseudonyme ist untersagt.”

    Das ist so “grundsätzlich” natürlich richtig, aber tatsächlich ist es überhaupt kein Problem ein oder mehrere Facebook-Profile mit einer falschen Identität zu erstellen. Versuchen Sie’s einfach mal. Und am besten spielen Sie dann CityVille. Sie werden innherhalb kürzester Zeit von einem riesigen Freundeskreis umringt sein, in dem ganz erstaunliche Namen kursieren….

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