Licht ins Dunkel: Der Weg der Daten durch das Internet

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Fachbeitrag

Die Aufregung rund um PRISM und Tempora hält unvermindert an, fast jeden Tag wird die Öffentlichkeit mit weiteren Informationen versorgt oder es gibt weitere Stellungnahmen aus Politik und Gesellschaft. Noch immer gibt es wenig verlässliche Informationen, welche Daten tatsächlich abgefangen werden. Mit einem neuen Tool werden jetzt zumindest einige potentielle Risikostellen sichtbar gemacht.

Routing von Datenpaketen

Damit beispielsweise eine Internetseite auf dem eigenen Rechner aufgerufen werden kann, muss ein Datenaustausch zwischen dem eigenen PC und dem Webserver stattfinden, der die Seite im Internet bereithält.

Dieser Datenaustausch vollzieht sich mit unzähligen kleinen Datenpakten, die sich über verschiedene Verzweigungen auf definierten Routen durch die verschiedenen Netzwerke bewegen, die gemeinsam das Internet bilden.

Damit die einzelnen Datenpakete den Weg zum Ziel finden, enthalten die einzelnen Netzabschnitte Router, die die Datenpakete zum nächsten Teilziel weiterleiten. Der Weg zum Ziel ist für ein Datenpaket nicht zwangsläufig immer derselbe, je nach Auslastung oder Störungen können die Datenpakete theoretisch bei jedem Aufruf einer Seite einen anderen Weg nutzen.

Risikostellen für staatlichen Zugriff

Die Standorte und die Betreiber dieser durch Router verbundenen Netzwerkabschnitte sind in der Regel der Öffentlichkeit nicht bekannt. Mit Hilfe zweier einfacher Tools lässt sich der Datenweg aber relativ einfach nachverfolgen.

Der Befehl „tracert“ liefert unter Windows zusammen mit einer Domain eine Übersicht über die einzelnen Schritte eines Datenpaketes. In Verbindung mit einer sogenannten „Whois“-Abfrage lässt sich dann sehr einfach zumindest der Inhaber des jeweiligen Netzknotens bestimmen.

Besonders interessant ist dann das Herkunftsland des Anbieters, verbunden mit der Frage, ob dieser vielleicht der britischen oder der US-Gesetzgebung unterliegt.

Neue App für eine schnelle Übersicht

Die genannten Tools sind keine Hexerei und dem interessierten Nutzer auch seit langem bekannt. Ein deutsches Unternehmen hat jetzt jedoch eine Web-App entwickelt, mit der diese Informationen auch für Laien abrufbar sind:

Neben den zu erwartenden Ergebnissen, finden sich auf der Seite auch einige Überraschungen. Wenn man bei Amazon und Google noch davon ausgehen konnte, dass auch ausländische Server betroffen sind, überrascht es bei bild.de dann doch.

Eine mögliche Erklärung könnte in der Einschaltung des Dienstleisters Akamai zu sehen sein, der für das Onlineangebot der Bild-Zeitung Daten zum schnelleren Abruf bereithält. Dieser hat seinen Hauptsitz in den USA, leider heutzutage ein potentieller Angriffspunkt für unschöne Überwachungsmaßnahmen.

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