Max Schrems startet gemeinnützige Datenschutz-Organisation „Noyb“

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Der österreichische Jurist, Autor und Datenschutzaktivist Max Schrems hält den Kurs gegen Datenmissbrauch. Mit seiner neu gegründeten Datenschutz-NGO, sollen Betroffene unterstützt werden, ihre Rechte gegenüber Plattformen wie Facebook und Google durchzusetzen.

Gründung einer NGO

Noyb“ heißt die von Max Schrems ins Leben gerufene NGO (Non-governmental organization). Die Abkürzung steht für „none of your business“, was übersetzt so viel heißt wie „geht dich nichts an“. Der Datenschützer Schrems reichte bereits 2015 eine Klage gegen Facebook in Österreich ein, da er sein Recht auf Privatsphäre und Datenschutz durch das Unternehmen verletzt sah.

Für die Datenschutz-Organisation sollen mit einer Kickstarter-Kampagne Fördermitglieder gesammelt werden und bis Jahresende 250.000 Euro zusammenkommen. Damit soll es dem Verein möglich gemacht werden, die Bestimmungen der ab Mai 2018 geltenden EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu nutzen, um Fälle von Grundrechtsverletzungen bearbeiten zu können. So könnten Verbraucher über „Noyb“ bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt werden, etwa über Sammel- oder Verbandsklagen.

Die DSGVO als Chance zur Wahrung des Persönlichkeitsrechts

Laut Schrems, gebe es mit der DSGVO erstmalig ordentliche Durchsetzungsmechanismen, um die Rechte der Betroffenen durchzusetzen. Dabei nennt er beispielsweise den Anspruch des Betroffenen auf emotionalen Schadensersatz (Schmerzensgeld). Die Möglichkeit, sich durch eine Einrichtung, Organisation oder Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht, wie es „Noyb“ darstellten soll, vertreten zu lassen, ergibt sich aus Art. 80 DSGVO.

„Es gibt wahnsinnig viele Unternehmen, die bewusst den Datenschutz oder die Gesetze, die es dazu gibt brechen, um damit Geld zu machen“,

äußerte sich Schrems auf einer Pressekonferenz zu dem Vorhaben. Dieses Business-Modell funktioniere deshalb, da es momentan für die Unternehmen günstiger sei, sich nicht an das geltende Recht zu halten, als dieses zu befolgen. Das müsse sich ändern und die Datenschutz-Grundverordnung gebe dazu auch die nötigen Gesetzesgrundlagen.

Unterstützende Tätigkeit

Die Organisation „Noyb“ soll helfen, dass jeder Einzelne gegen unrechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten vorgehen kann. Der Durchschnittsbürger würde sich in Einzelfällen nie durchsetzen und verstehe auch nicht, was nun genau mit seinen personenbezogenen Daten passiere, so Schrems. Hierfür seien Experten notwendig. Noyb wolle mit einem Team hochqualifizierter Juristen und IT-Experten Internet-Giganten wie Facebook und Google auf Augenhöhe begegnen. Alles andere ergebe wenig Sinn.

Klingt erst mal gut…

Es bleibt abzuwarten, wie sich die gemeinnützige Datenschutz-Organisation schlagen wird. Mit Sicherheit wird auf Herrn Schrems und sein Team eine große Aufgabe zukommen, praktikable Mechanismen zum Schutz personenbezogener Daten zu etablieren. Zumindest kann das Vorhaben aus Betroffenensicht nur begrüßt werden.

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Wir unterstützen Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Bei der Zusammenarbeit mit unseren Beratern können Sie folgendes erwarten:

  • Rundum-Service zur DSGVO: Check, Vorbereitung und laufende Beratung
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  • Mitarbeiterschulung zu den relevanten Neuerungen der Datenschutz-Grundverordnung

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Ein paar externe Links wären ganz nett gewesen, auch wenn euch die Marketing-Menschen immer sagen, das sei ganz böse, weil dann der Clickstream abreißt und die eigene Seite verlassen wird. Euch geht kein Kunde verloren dadurch. Versprochen! ;-)

    Zwei Ergänzungen:
    Die 250.000 € sind nur für das mini-nyob. Das eigentliche Ziel sind 500.000 €!
    Hier mal die Links, die Heise.de, derStandard.at usw auch gesetzt haben: http://noyb.eu

    Trotzdem vielen Dank für den ansonsten guten Artikel. Ich bin nur so bissig, weil ich weiß, dass ihr das besser könnt! :-)

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