Neues Tracking System Icarus für Tiere könnte auch Menschen verfolgen

Fachbeitrag

Jeden Tag bewegen sich Milliarden von Tieren über die Erde, worüber Wissenschaftler gerne mehr wissen würden. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, in dem die Wanderbewegungen und das Verhalten von Tieren mittels des Icarus „Animal Tracking“ System erforscht werden soll. Ein Projekt, das auch in anderen Zusammenhängen interessant sein könnte.

Icarus sammelt Bewegungsdaten von Wildtieren

Im Rahmen des Projekts Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) werden ab Sommer 2017 verschiedene Wildtiere mit Peilsendern ausgerüstet, um ihre Wanderbewegungen rund um den Erdball nachvollziehen zu können. Zu diesem Zweck wurden spezielle, besonders kleine und leichte Sender entwickelt, die es in verschiedenen Größen gibt. Große Sender werden bei großen Wildtieren wie z.B. Elefanten verwenden, das kleinste Exemplar kann am Hinterleib einer Biene angebracht werden.

Für das Projekt werden für das Tracking, anders als bisher in diesem Bereich, nicht die über den Erdball verteilten Handynetze genutzt. Stattdessen werden die Icarus-Daten direkt an die Raumstation ISS gesendet und von dort an das Wissenschaftszentrum weitergeleitet, um eine möglichst lückenlose Verfolgung der Tiere gewährleisten zu können.

Keine datenschutzrechtlichen Bedenken gegen „Animal Tracking“

Datenschutzrechtlich ist dieses Projekt – zumindest im Moment – völlig unbedenklich. Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer natürlichen Person, so sagt es das Bundesdatenschutzgesetz. Die Bewegungsdaten von Tieren selbst sind somit nicht von den Datenschutzgesetzen erfasst, eine Ausweitung der Gesetze auf die Daten von Tieren ist weder sinnvoll noch geplant.

Lückenlose Erhebung von Bewegungsdaten möglich

Interessant ist dieses Projekt gleichwohl, zeigt es doch deutlich, in welchem Umfang die Erhebung von Bewegungsdaten von Lebewesen mittlerweile möglich ist. Denkbar – und technisch umsetzbar – wäre es daher möglicherweise auch, Menschen oder die von ihnen mitgeführten Geräte wie z.B. Smartphones mit ähnlichen Sendern auszustatten. Damit könnten dann auch umfassende Profile der Wanderbewegungen von Menschen erstellt und so ihr Verhalten nachvollzogen werden.

Im positiven Sinne könnte eine solche Technik in Zeiten der Flüchtlingsströme z.B. dazu genutzt werden, Hilfsangebote gezielter einrichten und bereitstellen zu können. Zu befürchten ist jedoch eher, dass die Daten dazu verwendet werden, Menschen zu kontrollieren oder ihr Verhalten zu manipulieren und zu steuern. Im schlimmsten Fall könnten z.B. Flüchtlingstrecks an der Grenze eines Landes abgefangen und ihre Mitglieder zurückgeschickt, inhaftiert oder gar getötet werden.

Der Mensch darf nicht überwacht werden

Die Wanderbewegungen von Menschenmassen oder einzelnen Individuen dürfen daher nicht „getrackt“ werden. Techniken, die eine solche Überwachung ermöglichen könnten, dürfen nur nach sehr sorgfältiger Abwägung und Prüfung eingesetzt werden.

Die Beteiligten am Projekt Icarus sind sich ihrer Verantwortung jedenfalls bewusst und versichern, dass ihre Technik tatsächlich nur für die Verhaltensbeobachtung bei Tieren angewandt wird. Fallen Verstöße gegen diesen Grundsatz auf, werden die betroffenen Sender nach Angabe der Projektverantwortlichen umgehend abgeschaltet. Das ist auch erforderlich, denn für etwa 650 – 850 € kann nahezu jedermann die Icarus Tracker – zumindest derzeit noch – vorbestellen.

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