Porno-Pranger mal ganz anders

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Es ist ganz einfach: Ein Foto von Facebook, Instagram oder einer anderen Webseite hochladen und auf „Suche“ tippen und schwupps, weiß man genau, welchem Pornodarsteller (oder -darstellerin) die Person auf dem Foto ähnelt. Die Pornoindustrie ist also technisch mal wieder ganz vorne dabei…

Ähnlichkeit mit Pornodarstellern als Geschäftsmodell

Wie die Zeit berichtet, heißt der Dienst, der dieses lustige Erkennungsspiel durchführt, „Face“ und erfreut sich großer Beliebtheit. Sobald ein Bild hochgeladen ist, durchsucht der Online-Dienst die Datenbanken der Sexplattform mit dem passenden Namen „Naughty America“ auf ähnliche Gesichter. Der Betroffene, dessen Bild benutzt wird, weiß natürlich nichts von seinem Glück.

„SexFaceFinder“, auch so ein passender Name, tut ähnliches. Begründung:  Männer sollen so Pornodarstellerinnen finden, die ihren Vorlieben und Fantasien entsprechen – ob dies ein nachvollziehbares Anliegen ist oder nicht, mag jeder selbst entscheiden…

Gesichtserkennung ohne Einwilligung

Dass aber beliebige Bilder von Webseiten hochgeladen werden können, wird in keiner Weise abgesichert. Es erscheint lediglich ein kurzer Hinweis mit einer Checkbox, dass man „das Recht hat, dieses Bild zu verteilen.“ Nach einer wirksamen Einwilligung sieht dies nicht aus.

Zudem kritisch: Man weiß nicht, was bei Naughty America mit den Bildern passiert. Die Nutzungsbedingungen sagen laut „Zeit“ nur aus, dass das Unternehmen die Bilder weiter nutzen darf. Wenn man bedenkt, dass schon zu der ersten Verwendung keine wirksame Einwilligung eingeholt wurde, erscheint dies noch fragwürdiger.

Gesichtserkennung von Datenschützern stark kritisiert

Funktionen der Gesichtserkennung werden nicht nur von den deutschen Aufsichtsbehörden als besonders kritisch angesehen. Im September hat Facebook die automatische Gesichtserkennung in der EU abgeschafft und hat damit eine lange währende Diskussion (vorerst) beendet. Ob sich die Pornoindustrie auch von der Gesichtserkennung verabschieden wird, bleibt abzuwarten.

Fakt ist: Gesichtserkennung wird auch an anderen Stellen vermehrt eingesetzt – in Rotterdam beispielsweise wurde im letzten Jahr im öffentlichen Nahverkehr ein Gesichtserkennungssystem eingesetzt, um Personen mit Hausverbot zu identifizieren. Ob hier die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden, ist sehr fraglich. Dabei ist bei jedem Einsatz solcher Systeme besondere Vorsicht geboten: Denn nicht nur in der Pornoindustrie kann mit diesen sensiblen Daten Missbrauch getrieben werden…

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