„Quantified Self“ – Nutzen und Gefahren der Selbstvermessung

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Wie geht es mir? Mein Körper wird es mir verraten. Dieses Vertrauen setzen zumindest zahlreiche Anhänger in den Trend „Quantified Self“, der aus den USA immer weiter zu uns vordringt. Der Slogan der US-amerikanischen Initiative lautet „self knowledge through numbers“.

Die körperlichen Parameter eines Menschen

Hinter „Quantified Self“ steht das Ansinnen, mithilfe von Messgeräten alle verfügbaren körperlichen Parameter eines Menschen in verschiedenen Lebenslagen zu erfassen und auszuwerten. Verschiedenste Geräte kommen hierfür zum Einsatz: Von traditionellen Geräten wie einer Pulsuhr und Waage bis hin zu speziellen Sensoren, die den Schlafverlauf und körperliche Erregungsgrade messen können.

Moderne Apps erlauben es mittlerweile auch, mit Smartphones z.B. den Herzrhythmus und den Blutzuckerwert zu bestimmen. Der „körperinvasive“ Einsatz von Sensoren ist nur eine weitere logische Maßnahme.

Empirische Sicht auf den eigenen Körper

Die gewonnen Werte werden sodann meist tabellarisch zusammengeführt und mit ergänzenden Informationen zu den durchgeführten Aktivitäten versehen.

Der so geschaffene Zusammenhang zwischen Zahlen und Verhaltensweisen erlaubt es, genau zu erfahren, wie der Körper in bestimmten Situationen oder auf den Konsum von bestimmten Lebens- oder Genussmitteln reagiert.

Welchen Nutzen hat die Selbstvermessung?

Hauptsächlich soll das Self-Tracking dazu beitragen, die Lebensqualität der Anwender zu steigern. Nur wer seinen Körper genau kennt, weiß wie er ihm etwas Gutes tun kann.

Vorteile sind u.a. insbesondere, dass

  • Sportlern die Ermittlung von Körperwerten bei der Leistungsoptimierung hilft
  • chronisch Kranke ganzheitlich gemonitort werden können, was eine bessere medizinische Versorgung ermöglicht
  • eine allgemeine Stressbekämpfung ermöglicht wird, da Stressfaktoren genauer identifiziert werden können
  • eine Suchtkontrolle (z.B. durch Tabakkonsum) und gezielte Reduzierung ermöglicht wird
  • ein Spaßfaktor darin besteht, seine Ergebnisse zu präsentieren und mit denen anderer zu vergleichen

Datenschutzrechtliches Risikopotential

Davon abgesehen, dass zweifelhaft sein dürfte, ob die Übertragung des Lebens in Zahlen der eigenen Körperwahrnehmung und dem Körpergefühl zuträglich ist, bringt „Quantified Self“ vor allem eines mit sich: erhebliches Risikopotential in datenschutzrechtlicher Hinsicht.

„Quantified Self“ schafft nämlich einen Markt, an dem viele Unternehmen großes Interesse haben dürften. Gerade für Pharmaunternehmen dürfte dieser ausschöpfbare Bestand an Gesundheitsdaten wertvoll sein. Der Umstand, dass unter anderem Größen wie Microsoft, Intel und Phillips die erste europäische „Quantified Self“- Konferenz gesponsert haben, macht dieses Interesse offenbar.

Zudem gibt es schon jetzt zahlreiche Anbieter von Gesundheits-Apps, die Kooperationen mit Pharmaunternehmen eingegangen sind und die in ihren Lizenzbedingungen vorsehen, dass es Pharmaunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein soll, direkten Kontakt zu den Nutzern aufzunehmen. Eine ideale Basis für individualisierte Werbeansprachen wäre geschaffen…

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