re:publica 2016: Sechs Empfehlungen mit Datenschutz-Bezug

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Vom 2. – 4. Mai 2016 findet die 10. re:publica in Berlin statt. Heute um 10 Uhr hat Deutschlands wichtigste Konferenz zur digitalen Gesellschaft begonnen. Von den etwa 850 Rednern möchten wir sechs Vorträge mit Datenschutz-Bezug vorstellen.

Was ist die re:publica?

Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Internet, fokussiert auf Weblogs, Social Media und den Veränderungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft. Veranstalter sind die Betreiber der beiden deutschen Blogs Spreeblick und Netzpolitik.org. In den letzten Jahren ist die Konferenz immer stärker gewachsen und vom „Klassentreffen der deutschen Blogosphäre“ zu einem vielbeachteten Mainstream-Event, teilweise auch mit politischen Auswirkungen, geworden. Der angebotene Themenkreis ist genauso vielfältig wie die (internationalen) Redner.

Unsere Empfehlungen

Hier kommen sechs Empfehlungen zu ausgewählten Vorträgen mit Berührungspunkten zum Datenschutz:

Verschlüsselung Einfach Erklärt heißt: Ohne viel Aufwand aus der Totalüberwachung aussteigen

Alexander Lehmann wird anhand von fünf animierten Kurzfilmen erklären, wie man einfach und komfortabel sichere Verschlüsselung nutzen kann.

„Die Filme sollen erklären, dass es leicht ist, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Um sich der automatischen Massenüberwachung zu entziehen, kann es schon reichen mit einem click ein Browser add-on zu installieren. Und mit ein paar Tricks lassen sich sichere Passwörter besser merken, als solche, die in ein paar Sekunden geknackt sind. Die Filmreihe soll den Zuschauern verdeutlichen, warum und wie die Technik funktioniert, damit sie selbst verstehen wie und warum sie sich schützen sollten“.

Big Data for a Public Good

Big Data werde die Welt nur dann verändern, wenn die Daten gesammelt und in solchen Tools verarbeitet werden, die auch Vorteile für die Öffentlichkeit mit sich bringen. In diesem Vortrag am 2. Mai 2016 – 14:00 bis 14:30 Uhr wird Sarah Williams Projekte aus ihrer Forschung im Civic Data Design Lab @ MIT vorstellen. In den Projekten wurden Daten in Visualisierungen umgewandelt und damit auch politische Reformen beeinflusst. Vorgestellt wird ihre Arbeit beim Digital Matatus Projekt in Nairobi, Kenya, wo sie die erste Karte zum informellen Schienenverkehrssystem erstellte, über ihre Tätigkeit im Garment District in Midtown Manhattan bis hin zu Forschungen zu sog. „Ghost Cities“ in China.

Ad-Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung

Thorsten Schröder und Frank Rieger wollen am 3. Mai 2016 – 11:15 bis 12:15 Uhr zeigen,

„dass die Medienindustrie grade Gefahr läuft, die Fehler der IT-Industrie aus den 1990er-Jahren zu wiederholen – und zwar auf Kosten der Zielgruppe. Es ist völlig klar, dass unser jeweiliger Lieblingsverlag seine Online-Dienstleistung nicht aus reiner Nächstenliebe anbietet. Werbung ist derzeit die am weitesten verbreitete Lösung für die Frage der angemessenen Bezahlung all der Redakteure und Macher, die uns mit Nachrichten versorgen. Wir wollen erklären, wie Werbung verbraucherfreundlich und sicher gestaltet und vor allem durch alternative Bezahlmodelle ergänzt werden könnte – und zwar so, dass Konsumenten und Produzenten gleichermaßen respektvoll behandelt werden.“

Jugendschutz im Internet – Hat deine Website schon eine verpflichtende Alterskennzeichnung?

Der Softwareentwickler und Mediengestalter Henning Tillmann möchte am 2. Mai 2016 – 16:30 bis 17:00 Uhr mit dem Publikum diskutieren, welche alternativen Ansätze möglich wären, um Jugendschutz im Internet sicherzustellen.

„Mit dem neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) gibt es ab diesem Jahr eine Quasi-Kennzeichnungspflicht für Websites (ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren). Was bei statischen Medien wie DVDs funktioniert, soll nun auch für das Internet gelten. Ob das Vorgehen den Jugendschutz jedoch erhöht, kann bezweifelt werden. In dieser Session wird der neue JMStV vorgestellt und im Anschluss soll gemeinsam erarbeitet werden, wie effektiver Jugendschutz im Internet funktionieren kann.“

Jahresrückblick Social Media Recht

Die Rechtsanwälte Henning Krieg und Thorsten Feldmann präsentieren am Montag, 2. Mai 2016 – 18:30 bis 20:30 Uhr in ihrem Jahresrückblick spannende Verfahren rund um das Social Media Recht. Schwerpunkte werden gesetzt auf die Themengebiete

  • Unternehmenskommunikation
  • Bildrechte
  • Schleichwerbung
  • Social Media Marketing
  • Persönlichkeitsrecht und
  • Bullshit-Bingo.

Netzneutralität bis Recht auf Vergessen. Wo steht die EU?

Der deutsche EU Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, wird am 2. Mai 2016 – 15:15 bis 15:45 Uhr seine Sicht der Dinge zu Themen wie einem einheitlichen Urheberrecht, dem Recht auf Vergessenwerden und zur Netzneutralität darlegen.

Die re:publica live im Netz

Wem die durchschnittlichen 169 Euro Eintrittspreis zu hoch sind, der findet alle Panels und Vorträge auf der Hauptbühne bei Spiegel Online im Livestream unter diesem Link.

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