Studie: Datenschutz ist ein Grundrecht!

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Die Open-Source Firma Open-Xchange hat zusammen mit March Communications letzte Woche Ihren Consumer Opennes Index 2016 veröffentlicht. Das Ergebnis der Befragung ist erstaunlich und spiegelt das allgemeine Sicherheitsbedürfnis der Bürger im Rahmen des Datenschutzes klar wieder.

Was ist der Consumer Opennes Index?

Zusammen mit der Firma March Communications hat die Open-Source Firma Open-Xchange den sog. Consumer Opennes Index entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Studie, die sich mit den Online-Gewohnheiten von Verbrauchern auseinandersetzt. Hierbei werden insbesondere Themenbereiche wie Privatsphäre und Datenschutz näher beleuchtet. Im Rahmen der Umfrage wurden 3000 Nutzer aus Deutschland, Großbritannien und den USA befragt.

Das Ergebnis ist klar: 80% der Befragten sehen im Schutz der Privatsphäre ein Grundrecht!

Was hat sich geändert?

Letztes Jahr war durch die Anschläge von Paris, die Ausschreitungen in der Silvesternacht in Köln, die Safe Harbor Entscheidung, ebenso wie dem beginnenden U.S.-Wahlkampf geprägt. Eines haben diese Vorfälle und Ereignisse gemeinsam – das Thema Datenschutz gewinnt an Bedeutung.

Hier sei beispielsweise das nächste Kapitel im Krypto Krieg 2.0 zwischen Apple v. FBI genannt, in dem das FBI die Unterstützung von Apple bei der Entschlüsselung des Smartphone vom San Bernadino Attentäter in den USA verlangt.

Das Nutzerverhalten ändert sich

Dies spiegelt sich auch beim diesjährigen Consumter Opennes Index wieder. Im Vergleich zu 2015 gewann das Bedürfnis nach Datenschutz erheblich an Bedeutung. Die Studie stellte nämlich eines deutlich fest – das Verhalten von Nutzern hat sich erheblich geändert.

So würden beispielsweise 53 % der Befragten im Falle von Sicherheitslücken bei Plattformen wie Facebook, Google oder Twitter gänzlich auf den Dienst verzichten. Jedoch ist gerade aus deutscher Sicht eine Entwicklung erstaunlich. Nur 47 % der deutschen Befragten gaben an, dass die Weitergabe von Daten in Ordnung sei, sofern dies zur Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden erforderlich sei. Deutschland gilt aufgrund seiner Historie eher als sehr skeptisches Land, weswegen es erstaunlich ist, dass die Prozentzahl doch so hoch ist.

Fühlen Sie sich geschützt?

68 % der Deutschen gaben an, dass sie sich recht gut geschützt fühlen. 18 % dieser denken, dies sehr gut zu tun.

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Wie sieht es bei Ihnen aus? Fühlen Sie sich geschützt? Haben sie bei beispielsweise für jede Plattform, die Sie nutzen ein separates Passwort? Fragen über Fragen… .

Verschlüsselung? Zu kompliziert…

Aktuell liegt gerade im Rahmen des derzeitig geführten Rechtstreits zwischen Apple und dem FBI das Thema Verschlüsselung auf dem Tisch. Ein Thema mit dem sich auch die Studie näher befasst hat.

Demnach verwendet nur jeder 5. Befragte in den USA und Großbritannien Verschlüsselungstools; in Deutschland sogar nur jeder 7te.. Hauptgrund hierfür ist die Handhabung selbst. Die Befragten gaben beispielsweise an, dass die Nutzung von Verschlüsselungstools zu kompliziert sei und diese schwer einzubinden sein.

Sicherheit vor Datenschutz?

Gerade in einer Welt, die von neuen Technologien beherrscht wird, ist das Sicherheitsbedürfnis vieler hoch. Datenschutz und Sicherheit geraten dabei immer wieder an die Fronten. Dies begleitet uns beispielsweise in den derzeit herrschenden Debatten zur Einführung von Hintertüren, die die Verschlüsselung von mobilen Endgeräten umgeht (so auch in Apple v. FBI).

“We believe in the right to privacy, but have a hard time balancing it with our belief in the right to security. This year – 2016 – is when many will have to make up their minds.”

55 % der Briten und Deutschen sehnen sich nach einer politischen Gleichwertigkeit der nationalen Sicherheit und der Privatsphäre, gaben jedoch gleichzeitig an, dass es keine Notwendigkeit von Hintertüren gäbe, da die Regierung sowieso Zugriff nehmen würde.

Die Einführung von Hintertüren aus nationalen Sicherheitsgründen bleibt also ein spannendes Thema. Gerade in den USA wird hier nicht nur der Präsidentschaftswahlkampf, sondern auch die Besetzung des durch den Tod von Bundesrichter Antonin Scalia freigewordenen Sitzes im U.S. Supreme Court eine große Rolle spielen. Richter Scalia galt als sehr konservativ und es ist unter der Regentschaft von Präsident Obama zu erwarten, dass ein liberaler oder moderater Kandidat vorgeschlagen wird, der zu einer Stärkung des Datenschutzes (im 4. Zusatzartikel der U.S. Verfassung verankert) beitragen könnte.

Pro Datenschutz!

Abschließend kann man feststellen, dass die Wichtigkeit und das Bedürfnis nach Datenschutz gestiegen ist. Datenschutz wird als essentielles Grundrecht verstanden.

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Den größten Teil zum Schutz der Privatsphäre kann dabei jeder Bürger selbst tun – Selbstschutz ist das Stichwort.

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