Tag: Geodaten

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Klares Foul: Fußfessel und Gesichtsscanner zur Durchsetzung von Stadionverboten im Fußball

Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine steht unmittelbar bevor und hat – angeheizt durch alte Diskussionen – neben Fans und Anhängern der Fußballspielerei wieder einmal die Datenschützer auf den Plan gerufen. Und so verbindet Fußball eben doch – und wenn es nur in Fragen der Gesichtserkennung in Fußballstadien oder der elektronischen Fußfesseln für Hooligans ist… Weiterlesen

„Girls around me“ – die ganz private Frauenquote auf dem iPhone

Vielleicht kennen Sie diese Art von Sendungen im Fernsehen, wo etwas minderbemittelt aussehende Männer die Gelegenheit erhalten, eine Reihe von Frauen zu einzelnen Dates einzuladen.

Nicht dass Sie aktiv nach solchen Sendungen gesucht hätten, aber vielleicht haben Sie ja, wie viele andere auch (unerklärlich wo sonst die Zuschauerquoten her kommen), schon mal irgendwann aus Versehen drüber gezapped und sind für einen klitzekleinen Moment intellektuell schmerzbefreit aus Mitleid dran hängen geblieben. Ja, auch Fremdschämen kann manchmal unterhaltsam sein.

Falls nicht, so sind Sie vermutlich jedenfalls kein Freund des Privatfernsehens, respektive von RTL und Co. Macht ja nix, Sie können an dieser Stelle halt nur nicht mitreden!

Frauenhorden, endlich!

Ein App-Entwickler hat versucht, sich dieses Problems des intergeschlechtlichen Erstkontakts anzunehmen und auch für weniger sozialisierte Menschen Kontaktmöglichkeiten zu schaffen. Das klingt ja irgendwie ganz nett.

Zu diesem Zweck, wurden die öffentlichen Daten verschiedener Dienste miteinander kombiniert. Zum einen wäre da Foursquare zu nennen, welches den konkreten Standort der Nutzer ermittelt. Zum anderen Facebook, welches Nutzerprofile vorrätig hält. Des weiteren dann noch Google Maps, um den Standort der Nutzer korrekt und im Detail anzuzeigen

Aus Marketinggesichtspunkten dann noch einen griffigen Namen („Girls around me„) ausgesucht und die dazugehörige Website entsprechend mit Frauenkurven geschmückt und fertig ist der Verkaufsschlager – könnte man zumindest denken.

Bitte keine Katze im Sack

Was zunächst klingt wie der wahrgewordene Traum kontaktgestörter Männer, erweist sich zudem als Alptraum eines jeden Datenschützers, quasi a là Freddy Krügers Nightmare on Streetview. Denn hier wird an persönlichen Daten schlicht zusammengeführt was nicht zusammengehört.

Versetzen wir uns mal in die Rolle des bereits lechzenden Eroberers und seines angehenden Opfers:

Einen Blick auf die App und in unmittelbarer Nähe werden quasi ganze Horden von Frauen angezeigt, es bedarf nur noch einer Auswahl. Zunächst das dazugehörige Facebookprofil geöffnet, die vorhandenen Bilder in Augenschein genommen und das Aussehen inspiziert (von wegen Katze im Sack kaufen usw.).

Sind ggf. auch freizügige Bilder oder Bilder mit Alkoholkonsum vorhanden, denn das könnte die Sache ja etwas vereinfachen und ein strategisches Vorgehen zur Eroberung ermöglichen!? Dann noch einen kurzen Blick auf die Vita und es ist alles vorhanden, woran man im Rahmen einer gepflegten Konversation unbemerkt anknüpfen kann. Das Ganze hat etwas von einem Blind Date, allerdings nur für die Opferseite.

Enttäuschung

Wer nun in freudiger Erwartung versucht iTunes aufzurufen, den müssen wir an dieser Stelle enttäuschen, denn die App wurde zwischenzeitlich aus dem Store entfernt.

Aber rufen Sie doch einfach mal bei Vera Int-Veen an, die hat bestimmt noch einen Platz in einer Sendung für Sie frei, nur dass Sie dann das Objekt sind und sich nicht verstecken können.

Privacy by default

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass es erforderlich ist, sich mit den Datenschutzeinstelllungen seiner Dienste auseinanderzusetzen.

Informationelle Selbstbestimmung impliziert natürlich auch ein Stück weit informationelle Selbstverantwortung. Doch auch ohne ausdrückliche Auseinandersetzung des Nutzers existiert kein Recht des Anbieters zur Nutzung solcher Daten. Privacy by default sollte daher immer „State of the Art“ sein.

Jemand der hoffentlich nicht Freddy Krüger ist, sich dafür aber mit dem Thema Datenschutz auskennt, ist Ihr betrieblicher Datenschutzbeauftragter.

Apropos: Hat Ihr Unternehmen eigentlich einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten?

Datenschutz-Kodex der Wirtschaft für Geodatendienste unterzeichnet

Die Bitkom – Branchenverband und Vertreter von mehr als 1350 Unternehmen der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche – überreichte dem – zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden – Bundesinnenminister Thomas de Maizére am Dienstag letzter Woche auf der CeBIT eine Selbstverpflichtungserklärung der Branche in Form eines Datenschutz-Kodex. Dabei geht es um den selbstverantwortlichen Umgang mit Geodaten. Weiterlesen

Datenschützer übernehmen Regierungsarbeit

Nach Ansicht des Datenschutzbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein (Thilo Weichert) ist der bisherige Entwurf zur Regelung von Daten im Internet zu knapp ausgefallen. Kurzerhand hat er einen eigenen Gesetzesvorschlag mit umfassenden Vorschriften zum Datenschutz im Internet präsentiert. Dieser soll laut einer Pressemitteilung des ULD

„(…) die Diskussion von der Fixierung auf Geodaten lösen und auf die wesentlichen und gemeinsamen Probleme des Internetdatenschutzes lenken. Er soll zu einem gesellschaftlichen Diskurs zwischen Betroffenen, Internetunternehmen und Datenschützern anregen.“

Neben diversen anderen Änderungen, bildet § 29a BDSG den Kern des Entwurfes, wonach bei der Veröffentlichung von personenbezogenen Daten im Internet stets eine Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und Datenschutz erfolgen muss.

Daneben sind auch Löschfristen für veröffentlichte Daten sowie eine Pflicht zu bindenden datenschutzfreundlichen Grundeinstellungen (sog. Privacy by default) vorgesehen.

Ob sich der für den 07. Dezember geplante Datenschutzgipfel vom „Gesetzesentwurf“ beeindrucken lässt oder die jeweiligen Interessenvertreter weiterhin die Marschroute vorgeben werden, wird sich zeigen…

Android-Apps spähen Nutzer aus

US-Sicherheitsforscher sind seit kurzem in der Lage mit einer Monitoring-App (TaintDroid) das Verhalten von Android-Apps zu prüfen. Durch die Veröffentlichung erster Ergebnisse sind Android-Nutzer zunehmend verunsichert. Denn zum Teil versenden beliebte kostenlose Apps –ohne Kenntnis der Nutzer– neben Geodaten auch die nur einmalig vergebenen Geräte-, Simkarten- und Telefonnummern an Werbeplattformen wie Googles Admob bzw. an eine dubiose Webseite in China. Weiterlesen

Regierung setzt auf Selbstregulierung der Geodaten-Dienste

Der gestrige Geodaten-Gipfel in Berlin wurde mit Spannung erwartet. Im Hinblick auf die enorme Kritik an Google Street View hatten viele mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung der Geo-Dienste gerechnet, doch es kam anders.

Denn der Staat will -vorerst- keine umfassenden gesetzlichen Regelungen treffen. Vielmehr sollen die Geodaten-Anbieter selbst entsprechende Regelungen zum Schutz der Privatsphäre der Bürger treffen. So hat die Wirtschaft bis zum IT-Gipfel der Bundesregierung am 07. Dezember Zeit, eine Selbstverpflichtung zum Datenschutz (sog. Datenschutz-Codex) vorzulegen. Weiterlesen

Geodaten-Gipfel in Berlin

Mit der Ankündigung Google StreetView in Kürze auch in Deutschland zu starten, hat Google eine Grundsatzdiskussion um Geo-Datendienste entflammt, in der die Politik noch nach einer einheitlichen Linie sucht.

Deshalb hat Bundesinnenminister De Maizière für heute zu einem bereits angekündigten Geodaten-Gipfel mit Politikern, betroffenen Firmen und Datenschützern nach Berlin eingeladen, um Eckpunkte zum grundsätzlichen Umgang mit solchen Geo-Diensten abzustecken. Weiterlesen