Urlaubsfotos: Was ist erlaubt? Was nicht?

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Fachbeitrag

Urlaubszeit ist Fotozeit. Fotografiert wird dabei (nahezu) alles: Sehenswürdigkeiten, Ausstellungsstücke, andere Menschen. Ob man das jeweils darf und was dabei zu beachten ist, wollen wir Ihnen heute erklären.

Urlaubsfotos von Sehenswürdigkeiten

Zunächst die gute Nachricht: Öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeiten wie Schlösser oder Kulturdenkmäler dürfen fotografiert werden. Im deutschen Urheberrecht ist klar geregelt, dass es zulässig ist,

Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben.“

Fotos von Sehenswürdigkeiten dürfen daher nicht nur gemacht, sondern auch veröffentlicht werden. Das selbst geschossene Foto z.B. vom Brandenburger Tor bei Facebook hochzuladen, stellt also keinen Rechtsverstoß dar.

In geschlossenen Räumen gemachte Urlaubsfotos

Anders kann es aussehen, wenn Fotos in geschlossenen Räumen, z.B. in einem Museum, geschossen werden. Hier hat der Betreiber das Hausrecht. Damit kann er bestimmen, ob in seinen Räumen fotografiert werden darf. Manche Museen verbieten das Fotografieren ganz, um ihre Kunstwerke vor Schäden durch das Blitzlicht zu schützen oder um den Umsatz ihres Museumsshops zu steigern. Anderen genügt es, wenn die Besucher ohne Blitzlicht fotografieren.

Sieht das Hausrecht ein solches Fotoverbot vor, muss sich der Urlauber daran halten. Andernfalls riskiert er, das Museum verlassen zu müssen und im schlimmsten Fall mit einem dauerhaften Hausverbot belegt zu werden. Diskussionen helfen da meist wenig.

Ist das Fotografieren erlaubt, dürfen die Fotos auch veröffentlicht werden. Auch hier kann der Pinnwand-Eintrag bei Facebook also nicht beanstandet werden.

Fotos von anderen Menschen machen

Schwieriger wird es, wenn auf den Urlaubsfotos auch Menschen zu sehen sind.

Fotos von anderen Menschen zu machen, kann bereits verboten sein. Das ist immer dann der Fall, wenn bereits das Anfertigen des Fotos einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Abgebildeten darstellt. Klar ist das bei Fotoaufnahmen am Strand oder im FKK-Bereich des Hotels, wo die spärlich bekleideten Anwesenden in der Regel kein Interesse an einer dauerhaften Dokumentation ihres Zustands haben. Nicht ganz so klar kann das in alltäglichen Situationen sein. Etwa bei Festen, bei denen sich erst im Nachhinein herausstellt, dass die beiden einander innig küssenden Gäste zwar verheiratet waren, jedoch leider nicht miteinander.

Grundsätzlich sollte man beim Fotografieren von anderen Menschen immer überlegen, ob man selbst in einer dieser Situation würde fotografiert werden wollen. Im Zweifel hilft es, den anderen zu fragen, ob er mit dem Anfertigen einer Fotoaufnahme einverstanden ist.

Urlaubsfotos von anderen Menschen veröffentlichen

Veröffentlicht werden dürfen Fotos von anderen Menschen grundsätzlich nur mit deren Einwilligung. Bei Verwandten und Reisegenossen ist das in der Regel kein Problem. Sie werden im Zweifel damit einverstanden sein, auch auf einem Urlaubfoto abgebildet zu sein. Fremde Menschen sollte man jedoch fragen, bevor man ein Foto von ihnen macht.

Kein Grundsatz ohne Ausnahme

Treten diese Menschen lediglich als Beiwerk zu einer Landschaft oder Örtlichkeit auf, dürfen sie fotografiert und die Fotos später veröffentlicht werden. Der Berlin-Tourist muss daher nicht alle anderen Touristen vor dem Brandenburger Tor fragen, ob er das soeben geschossene Foto bei Facebook hochladen darf, obwohl auch sie darauf zu sehen sind.

Ebenfalls keiner Einwilligung des Betroffenen bedarf die Veröffentlichung eines Fotos von einer Versammlung, einem Menschenaufzug oder einem ähnlichen Vorgang. Nimmt ein Tourist in München ein Foto vom traditionellen Einzug ins Oktoberfest auf, bedarf es nicht der Einwilligung der anderen, zufällig ebenfalls fotografierten Umstehenden, will er dieses Foto auf seiner Homepage veröffentlichen.

Doch Vorsicht: Gruppe ist nicht gleich Gruppe! Nicht von jeder Menschenansammlung dürfen einfach so Fotos geschossen und anschließend veröffentlicht werden. Entscheidend ist, ob sich die Menschen versammelt haben, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen. Das unterscheidet z.B. die Demonstration von Kindergärtnerinnen für mehr Gehalt von einer Gruppe Studierender, die vor der Uni-Bibliothek auf deren Öffnung warten. Erstere müssen vor Veröffentlichung eines Fotos, auf dem sie abgebildet sind, nicht um Erlaubnis gebeten werden, letztere schon.

Fazit:

Auch im Urlaub sollte man beim Fotografieren das Motiv sorgsam auswählen, um nicht unerwartet die Rechte anderer zu verletzen. Ist man dabei aufmerksam, steht den Urlaubsfreuden – zumindest von dieser Seite – nichts mehr entgegen.

Und noch einen letzten Hinweis gilt es zu beachten: In anderen Ländern herrschen mitunter andere Sitten. Die hier dargestellten Grundsätze gelten für in Deutschland gemachte und veröffentlichte Fotos. In anderen Ländern kann die Rechtslage also abweichen. Was im jeweiligen Urlaubsland gilt, kann in der Regel beim Reiseveranstalter abgefragt werden.

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4 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. @ Dr. Datenschutz:

    Haben Sie Tipps, wie man kommunikativ beim Gegenüber Verständnis und Einsicht erzeugen kann? Wenn Personen andere Leute ohne zu fragen fotografieren (und später veröffentlichen), dann zeigt dieses Verhalten schon einen Mangel an Respekt und Sensibilisierung.

    Falls man einen Hobbyfotograf anspricht, erntet man oft Unverständnis, Ablehnung oder gar Hohn und Spott (“Was haben Sie zu verbergen? Wir sind hier im öffentlichen Raum.”).

    Ein weiteres Problem besteht in der fehlenden Möglichkeit, den Übeltäter zu identifizieren, um die eigenen Rechte gerichtlich durchzusetzen. Man wird wohl kaum gewaltsam den Ausweis eines Hobbyfotografen einsehen dürfen.

    • Dass Hobbyfotografen nicht immer Verständnis für die Rechte des Fotografierten haben, ist leider richtig. Da hilft es nur, immer wieder auf diese Rechte des Fotografierten und so – langsam aber sicher – eine Verhaltensänderung auf Seiten der Fotografen herbeizuführen. Bis hier flächendeckende Erfolge spürbar werden, hilft leider nur, den Fotografen im Einzelfall auf sein Fehlverhalten hinzuweisen, auf die eigenen Rechte zu beharren und diese notfalls ausführlich argumentativ zu untermauern.

      Im Nachhinein rechtliche Ansprüche gegen den Fotografen durchzusetzen, ist nahezu unmöglich, wenn man dessen Identität nicht kennt. Einen Anspruch auf Einsicht in den Personalausweis hat der Fotografierte in der Regel nicht. Er sollte daher versuchen, den Fotografen noch vor Ort argumentativ zur Löschung des beanstandeten Fotos zu bringen.

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