Warum Apple’s Datenschutz-Versprechen unglaubwürdig ist

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Apple-CEO Tim Cook wirbt derzeit massiv um das Vertrauen der Kunden. In einem offenen Brief und Interviews versichert er, dass Nutzerdaten von Angriffen von außen – auch durch Geheimdienste – geschützt werden.

Zweifelhafter Wahrheitsgehalt

Konkret heißt es in dem auf der Apple Website veröffentlichten Brief:

Finally, I want to be absolutely clear that we have never worked with any government agency from any country to create a backdoor in any of our products or services. We have also never allowed access to our servers. And we never will.

Das sind wohlklingende Worte mit zweifelhaftem Wahrheitsgehalt. Als die Späh-Aktivitäten im Zusammenhang mit PRISM publik wurden, gaben die betroffenen Unternehmen (neben Apple u.a. auch Google und Facebook) vor, noch nie von PRISM gehört zu haben. Doch schon damals gab es authentische Dokumente, die offenbarten, dass das Ausspäh-Programm in Zusammenarbeit mit den betroffenen Unternehmen durchgeführt worden ist.

“Full knowledge and assistance”

Kürzlich bestätigte der oberste Jurist der NSA noch einmal ausdrücklich, dass es eine Zusammenarbeit zwischen der NSA und US-Unternehmen gab. Er beantwortete die Frage, ob die Erhebung von Daten durch die NSA nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) von 2008 (Section 702) in

“full knowledge and assistance of any company from which information is obtained”

erfolgte, mit einem klaren „Yes“.

Es ist zwischenzeitlich auch bekannt geworden, dass die NSA unter Androhung horrender Geldstrafen massiv Druck auf Yahoo ausgeübt hatte, falls Yahoo sich weigert, Nutzerdaten herauszugeben.

Datenschutz-Bekenntnisse bedrückend unsubstantiiert

Die Datenschutz-Bekenntnisse des Apple-Chefs wirken vor diesem Hintergrund bedrückend unsubstantiiert und heuchlerisch. Über Jahre haben Apple und andere US-Technologie-Giganten es versäumt, ihre Lobbymacht und ihre gut ausgestatteten Rechtsabteilungen dafür einzusetzen, massiv gegen die Überwachungspraxis der US-Geheimdienste vorzugehen. Nun muss sich Apple das Vertrauen der Nutzer erst einmal wieder verdienen.

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Ein Kommentar zu diesem Beitrag

  1. Hmm, Yahoo ist nicht Apple und “US-Unternehmen” muss auch nicht zwangsläufig Apple sein. Außerdem hat Apple erst mit iOS8 eine vollständige Verschlüsselung der Userdaten realisiert, eben AUFGRUND der Anfragen von Behörden. Und Tim Cooks Erklärung kam danach, Apple wird ja inzwischen regelrecht angegriffen von den Strafverfolgungsbehörden, da sie nicht mehr wie gewünscht zusammenarbeiten: http://futurezone.at/netzpolitik/verschluesselung-fbi-beschwert-sich-bei-apple-und-google/87.808.018
    So gesehen halte ich Apples Datenschutzversprechen schon für glaubwürdig – zumindest ab 2014.

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