Was ist ein virtueller Server?

Fachbeitrag

Der Begriff „virtueller Server“ hat mehrere Definitionen. So gibt es neben den Virtual Private Servern auch Shared Server (geteilte Hard- und Software) oder auch dedizierte Server (individuelle Hard- und Software). Der folgende Beitrag widmet sich der Funktionsweise von Virtual Private, also virtuellen privaten Servern.

1. Stock, 2. Tür links

Ein virtueller privater Server ist, wie der Name schon nahelegt, im Gegensatz zu einem physischen Server, zunächst einmal virtuell. Das ermöglicht, auf einer Hardware (Server) mehrere Betriebssysteme laufen zu lassen. Dabei bildet der virtuelle Server die Rechnerarchitektur eines real existierenden bzw. hypothetischen Systems nach. Veranschaulichen lässt sich dies gut am Beispiel eines Mehrfamilienhauses. Das Wohnhaus stellt dabei den physischen Hardware-Server dar. Dies ist in der Regel ein besonders leistungsfähiger Rechner, auf dem verschiedene virtuelle Server (Wohnungen) laufen können. Den Hauswart spielt ein spezielles Programm – der Hypervisor. Diese Software läuft in der Regel auf dem physischen Rechner und teilt – vereinfacht gesagt – den einzelnen virtuellen Maschinen die jeweils benötigten Ressourcen (Prozessorleistung, Arbeitsspeicher etc.) zu.

Was sind die Anwendungsgebiete?

VPS haben vielfältige Anwendungsgebiete. So können etwa in einem Unternehmen mehrere virtuelle Arbeitsplätze auf einem einzigen realen Server in der Unternehmenszentrale laufen. Die Beschäftigten loggen sich nur noch über einen sogenannten Client ein und arbeiten anschließend direkt auf dem Server. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass alle Daten zentral gespeichert sind und theoretisch von jedem beliebigen Gerätestandort auf diese zugegriffen werden kann.

Ein weiteres Beispiel ist das Webhosting. Hier läuft beispielsweise die Website eines Unternehmens auf einem angemieteten Server eines Internet Service Providers. Dabei teilen sich auch mehrere Unternehmen einen realen Rechner.

Aber auch Cloud-Dienste bilden eine Variante eines virtuellen Servers. In diesem Fall kann bspw. der gesamte Datenbestand eines Unternehmens auf Servern eines Cloud-Anbieters (Strato, Telekom, Amazon etc.) ausgelagert werden. Der Hauswart (Hypervisor) stellt dabei auch sicher, dass die unterschiedlichen virtuellen Maschinen nicht miteinander kommunizieren können und sichert die Daten so vor einem unberechtigten Zugriff.

Was sind die Vorteile eines VPS?

Der Einsatz von virtuellen privaten Servern hat vielfältige Vorteile. Neben den bereits genannten Vorteilen bieten sie etwa die Möglichkeit der bedarfsgenauen Erweiterung. Zurück zu unserem Wohnhaus-Beispiel: Stellt ein Mieter fest, dass er mehr Gäste bekommt (Website-Besucher) als er Wohnraum (bspw. Prozessorleistung, Arbeitsspeicher oder Bandbreite) gemietet hat, kann er einfach einen Wanddurchbruch in die Nebenwohnung beantragen und erhält so mehr Ressourcen. Nimmt der Traffic auf seine Seite wieder ab, verringert sich also sein Bedarf, kann der Durchbruch wieder zugemauert werden.

Darüber hinaus bietet der Einsatz von VPS noch weitere Vorteile:

  • Verschiedene Betriebssysteme können auf einem einzigen leistungsstarken Rechner betrieben werden,
  • Kosteneffizienz: Der Einsatz von VPS ist kostengünstiger als für jedes System eigene Hardware zu betreiben,
  • Ressourcenschonung: Prozessor, Arbeitsspeicher und Speicher können exakt ausgelastet werden
  • Flexibilität: Die benötigte Hardware kann fast beliebig an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden,
  • Ein laufender VPS kann im laufenden Betrieb auf einen anderen Server verschoben werden; die Hardware lässt sich so beliebig erweitern oder erneuern, ohne dass es zu merklichen Ausfallzeiten kommt,
  • die Wartung und Aktualisierung der Systeme lässt sich gebündelt und zentral vornehmen,
  • die Wartung und Aktualisierung lässt sich an den Cloud-Anbieter outsourcen, wodurch sich der administrative Aufwand verringert.

Virtueller Server – Nachteile

Allerdings eröffnet der Einsatz von virtuellen privaten Servern nicht nur Vorteile. So sind alle Server abhängig von Wirtssystem auf dem Hauptserver. Wird dieses etwa neu gestartet, betrifft dies auch alle virtuellen Server. Zudem frisst der Hauswart (Hypervisor) des Wirtssystems selbst Ressourcen und mindert damit dessen Leistungsstärke. Darüber hinaus kann es zu Lastspitzen kommen, wenn zu viele virtuelle Server gleichzeitg auf die physischen Ressourcen zugreifen wollen, da diese sich einen Server teilen. Dies wirkt sich negativ auf die Erreichbarkeit der einzelnen virtuellen Server aus.

In der Regel teilen sich virtuelle Server auch die jeweilige Domain des Wirtssystems. Fällt ein virtueller Server etwa durch vermehrte Spam-Mails auf, kann es sein, dass die IP-Adresse des Servers von Suchmaschinen gesperrt wird. Davon sind dann alle Nutzer dieses Servers mit betroffen.

Wann lohnt sich ein Virtual Private Server?

Virtuelle private Server eignen sich für Anwender, die sicherstellen wollen, dass ihre Daten stets und ortsunabhängig verfügbar sind. Zudem lassen sie sich, etwa durch einen Tarifwechsel, vergleichsweise schnell und einfach upgraden. Durch die Nutzung von Drittanbietern verringert sich auch der Kostendruck. Zudem bieten die verschiedensten Online-Anbieter das Management, also die Wartung der Hard- und Softwarekomponenten, an. Vergleichen lohnt sich hier.

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Unsere Berater helfen Ihnen dabei, den Umgang mit personenbezogenen Daten in Ihrem Unternehmen rechtssicher und praxisgerecht zu gestalten. Dabei unterstützen wir Sie u.a. bei folgenden Themen:

  • Auswahl eines Cloud Anbieters nach Aspekten des Datenschutzes
  • Einhaltung gesetzlicher Anforderungen bei Beauftragung internationaler Cloud Anbieter
  • Datenschutzvereinbarungen und Zertifizierungen für Cloud Anbieter

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