Wegwerf-Handynummern: Eine kleine Chance für den Datenschutz

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Vor kurzem berichteten wir über Pläne der Justizminister, die Kontrolle beim Erwerb einer Prepaid-Karte fürs Handy noch einmal zu verschärfen.

Bislang besteht in Deutschland keine Möglichkeit, anonym an eine Sim-Karte zu gelangen. Eine App aus den USA zeigt jetzt zumindest eine Möglichkeit auf, mit der das Telefonieren auch ohne die Bekanntgabe der eigenen Telefonnummer möglich erscheint.

In der jetzigen Form ist die App aber nicht mehr als eine gute Idee.

Burner für iOS

Die App „Burner“ ermöglicht es dem Nutzer, für einen beliebigen Zeitraum verschiedene Nummern zu verwenden. Es ist dabei möglich, eingehende Gespräche zu empfangen und selbst anzurufen, außerdem können SMS gesendet und empfangen werden. Nach Ablauf einer eingestellten Zeit oder auf ausdrücklichen Wunsch des Benutzers wird die Nummer dann aus dem System gelöscht und der Nutzer ist unter dieser Nummer nicht mehr erreichbar.

Vergleichen kann man die Funktionalität mit den weit verbreiteten „Einmal-E-Mails“, die inzwischen für Registrierungen, Web-Gutscheine und ähnlichen Fälle häufig Verwendung finden.

Praktischer Nutzen mangelhaft

Leider lässt sich aus der guten Idee zurzeit noch wenig praktischer Nutzen ziehen. Die App ist im Moment nur im US-App-Store von Apple verfügbar, eine Erweiterung für Europa ist angeblich jedoch bereits in Planung.

Ein weit größeres Problem scheint im Moment aber noch die technische Umsetzung darzustellen.  Die Bewertungen im App-Store sind sehr durchwachsen, zum Teil sogar deutlich negativ. Es werden diverse Fehler und Inkompatibilitäten berichtet, die praktische Einsetzbarkeit scheint im zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht wirklich gegeben zu sein.

Mehr Datenschutz durch die App?

Aber angenommen, die technischen Probleme könnten behoben werden, bleibt leider trotzdem noch ein weiteres Problem bestehen. Die Entwickler der App bieten gerade keine anonyme Nutzungsmöglichkeit an. An zwei Stellen ist es theoretisch möglich, die Nummer zum Nutzer zurück zu verfolgen.

Zum einen erfolgen alle Vorgänge weiter über den Mobilfunkanbieter des Nutzers. Dieser hat demnach auch die Möglichkeit die Nummern zu verknüpfen und den Nutzer zu identifizieren. Zum anderen registriert auch der App-Anbieter die Nummern und hält diese für Auskünfte der Sicherheitsbehörden bereit.

Fazit

Aus Sicht des Datenschutzes ist der Mehrwert auf den ersten Blick also gering. Aber immerhin könnte die App die Möglichkeit bieten, nach einmaliger Kontaktaufnahme nicht von Werbeanrufen oder belästigenden Nachrichten behelligt zu werden. Die Idee ist also lobenswert und die Entwicklung in dieser Richtung sicherlich noch nicht abgeschlossen.

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5 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Hallo,
    ich bin ehrlich gesagt froh das es keine Methode gibt seine Telefonnummer effektiv zu verschleiern. Datenschutz hin oder her, mit so einer Technik wäre Stalking oder Psychoterror noch leichter als es eh schon ist.
    Und was ist mit den ganzen „Werbefirmen“…

    Nein, wer jemanden anruft sollte auch zurückverfolgt werden können.

    Gruß
    Xevion

  2. @Xevion:

    Ach, Sie wollen also die totale Überwachung?

    Haben Sie schon einmal davon gehört, dass jeder bei seinem Mobiltelefon die Rufnummernunterdrückung aktivieren kann?
    Es ist also heute schon so, dass Sie jemanden anrufen können, ohne dass dieser Ihre Telefonnummer erfährt. Gerade das schafft Sicherheit!
    Oder wollen Sie als Opfer von „Stalking oder Psychoterror“, dass jeder Hinz und Kunz Ihre Telefonnummer erfährt?
    Außerdem kann man auch heute schon seine Rufnummer sehr einfach wechseln, dann ist erst einmal Schluss mit Belästigung durch „Stalker“ und die „Werbefirmen“.

    Die „Werbefirmen“ dürfen heute schon ihre Telefonnummer nicht unterdrücken.
    Warum werden die Menschen eigentlich von Werbeanrufen belästigt? Weil wir zuviel Datenschutz haben? Nein, wir haben zu wenig Datenschutz! Deshalb der Werbeterror. Und Sie wollen weniger Datenschutz? Absurd.

    Sie sind offenbar sehr ahnungslos und vermischen einige Dinge.

    ZITAT: „Nein, wer jemanden anruft sollte auch zurückverfolgt werden können.“

    Wissen Sie, mit Ihrer Einstellung agieren Sie als Totengräber der freien, demokratischen Gesellschaft.
    In einer freien und demokratischen Gesellschaft muss anonyme Kommunikation möglich sein. Nur so können die Menschen ihre Pflicht als Bürger erfüllen, informiert und kritisch das Handeln staatlicher Macht zu kontrollieren. Doch wer fürchten muss, dass jede Kommunikation registriert, gespeichert und überwacht wird, wird nicht mehr frei reden und handeln.
    Wollen Sie solch eine Gesellschaft? Eine Gesellschaft, in der jemand wegen eines einfachen Telefonanrufs – wie Sie sagen – verfolgt werden kann?

    Vielleicht wäre es eine bessere Idee, endlich die Vorratsdatenspeicherung für Käufer und Besitzer von Küchenmessern einzuführen. Küchenmesser können töten – im Gegensatz zu Telefonaten. Die Überwachung von Küchenmessern würde mehr Sicherheit schaffen. Aber das würde der Regierung nichts nützen.

    Die Regierung schreit immer dann als Vorwand „Sicherheit für die Bürger“, wenn es ihr in Wirklichkeit um ihren eigenen Schutz VOR den Bürgern geht.

    Küchenmesser können der Regierung nicht gefährlich werden. Dafür sorgen hohe Zäune und Bodyguards.
    Anonyme Telekommunikation kann für die Regierung dagegen sehr wohl gefährlich werden.
    Unüberwacht und unkontrolliert kommunizierende und sich organisierende kritische Bürger sind der Staatsmacht ein Dorn im Auge.

    Also Xevion! Sind Sie ein ahnungsloser, naiver und obrigkeitshöriger Untertan, der das Märchen glaubt, dass überwachte Telefonate mehr Sicherheit schaffen? Oder bist du ein aufgeklärter, kritischer Bürger, der selbstbestimmt und frei leben will?

  3. Hallo,
    oha… Ich glaube das hier einige Dinge verwechselt werden.
    Vielleicht habe ich den Artikel falsch verstanden, aber dort wird doch u.a. davon gesprochen das selbst eine Regierung nicht mehr ermitteln kann wer eine andere Person anruft.
    Wir sprechen nicht davon diese Daten länger zu speichern. Wir sprechen nicht davon diese Daten Dritten zur Verfügung zu stellen. Und wir sprechen nicht davon das der Inhalt dieser Anrufe mitgehört wird.

    Von mir aus können die Daten nach 24 Stunden gelöscht werden. Genau wie IP Adressen und alle anderen Informationen die eine Kommunikation transparent machen. Aber bis dahin müssen die Daten irgendwie nachhaltbar sein. Natürlich darf der Zugriff nur mit strengen Kontrollen erfolgen, aber das ist wohl jedem klar.

    Sie gehören zu den Menschen die gerne alles Anonym hätten. Anonyme Telefone, anonyme Banken, anonyme Konzerne, anonymer Geldtransfer, anonyme Autofahrer, anonyme Menschen, anonyme Welt…
    Bis Sie mal selbst das Opfer sind…. Bis Sie selbst alle 15 Minuten angerufen werden… Bis der Euro unter einen Dollar fällt… Bis ihr Arbeitgeber pleite geht… Bis ihr Konto geplündert wird… Bis das eigene Kind überfahren wird… Bis die nächste Bombe hochgeht…

    Ich wünsche Ihnen nichts davon und natürlich ist diese Umschreibung überspitzt. Aber Schwarz/Weiß denken bringt halt solche Argumente hervor ;).

    Der Mittelweg ist auch dieses Mal das Ziel. Daten nur dann speichern wenn es Sinn macht… Und auch dann nur so kurz wie nötig

    Gruß
    Xevion

  4. @Xevion:

    Ich möchte Ihnen noch einmal antworten. Schön, dass Sie sich der Diskussion stellen.
    Auf einen Aspekt Ihrer Antwort möchte ich dabei näher eingehen. Vielleicht können wir uns auf einen gemeinsamen Nenner einigen. ;-)

    ZITAT: „Sie gehören zu den Menschen die gerne alles Anonym hätten. Anonyme Telefone, anonyme Banken, anonyme Konzerne, anonymer Geldtransfer, anonyme Autofahrer, anonyme Menschen, anonyme Welt…
    Bis Sie mal selbst das Opfer sind…. Bis Sie selbst alle 15 Minuten angerufen werden… Bis der Euro unter einen Dollar fällt… Bis ihr Arbeitgeber pleite geht… Bis ihr Konto geplündert wird… Bis das eigene Kind überfahren wird… Bis die nächste Bombe hochgeht…“

    Meine Ausführungen waren an keiner Stelle nach dem Muster „schwarz/weiß“.
    Auch habe ich nicht davon gesprochen, „gerne alles anonym“ haben zu wollen.
    Zudem sollte man niemals aus der Opferperspektive argumentieren. Nicht umsonst entscheiden Gerichte über Schuld und Strafe von Angeklagten und nicht die Opfer selbst. Sonst wären wir wieder schnell bei archaischen, unziviliserten „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Methoden mit Lynchmob, Todesstrafe, Folter etc.

    Aber Fakt ist:
    Es werden gegenwärtig unschuldige Bürger überwacht und kontrolliert, mitunter auch schikaniert und drangsaliert. Der Generalverdacht ist allgegenwärtig. Die Unschuldsvermutung verblasst zusehends.
    Natürlich darf und soll der Staat im Falle eines konkreten und begründeten Verdachts überwachen und ermitteln. Aber auch nur dann.
    Leider ist dieses Idealbild des freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaats schon lange nicht mehr Realität (oder war es überhaupt jemals Realität?).

    Sie gehören offenbar zu den Menschen, die glauben, totale Überwachung des gesamten Lebens würde viele Probleme lösen. Das Gegenteil ist der Fall. Totale Überwachung schafft neue Probleme und Unsicherheiten.
    Verwechselungen, unglückliche Zufälle, falsche Verdächtigungen, politische Verfolgung. Zur falschen Zeit am falschen Ort und schon sind Sie Mordverdächtiger. Alles schon passiert. Das Risiko, Opfer von ungerechtfertigter Überwachung und Verfolgung zu werden, ist real und nicht gerade gering.
    Wenn Sie als Unschuldiger zu Unrecht ins Visier von Polizei & Co. geraten, kann Ihre berufliche, soziale und finanzielle Existenz schnell ruiniert sein.
    Für viele Betroffene bleibt nur noch der Suizid, wenn der Arbeitgeber kündigt, die Familie einen verlässt, die Nachbarn lästern und das Geld weg ist.
    Leider sind Polizei, Staatsanwaltschaften, viele Gerichte und vor allem die Geheimdienste alles andere als vertrauenswürdig.
    Skandale, Rechtsbruch, Rechtsbeugung, Vertuschungen, Shredderaktionen, Korpsgeist, Überwachungsfanatismus, Sicherheitswahn, Datenmissbrauch, Propagandalügen. Die Geschichte der BRD ist voll davon.

    Wenn Sie als Demokrat politisch aktiv sind, wenn Sie sich informiert und kritisch als Bürger engagieren und einmischen, werden Sie schnell merken, dass der repressive Überwachungs- und Polizeistaat längst Realität ist.
    Prügelnde Polizisten gegen friedliche Demonstranten. Polizeigewalt ohne ernsthafte Strafen gegen die Gewalttäter in Uniform. Illegale Überwachungen, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und Festnahmen/Verhaftungen ohne Konsequenzen für die verantwortlichen Polizisten, Staatsanwälte und Richter.
    Geheimdienste und Polizeien, die in linksalternativen, politisch engagierten Bürgern Terroristen sehen, während polizeibekannte, gewalttätige Neonazis ungehindert und teils passiv unterstützt durch die „Dienste“ Morde und andere Verbrechen begehen können.

    FAZIT:
    Nehmen Sie sich bitte ein wenig Zeit und informieren Sie sich über die Machenschaften „unseres“ Staates. Ob aktuell, in jüngerer Vergangenheit oder vor Jahrzehnten: in der BRD tun sich Abgründe auf, dass einem als Demokraten richtig schlecht wird.
    Gerade in unserem real existierenden Staat ist Anonymität daher ein notwendiges Mittel, um sich als unbescholtener Bürger schützen zu können.
    Außerdem macht es einen Unterschied, ob man anonym kommunizieren kann oder ob man ein Auto anonym ohne Kennzeichen fahren kann.
    Noch mal: anonyme Kommunikation kann nicht töten. Autos oder Küchenmesser schon.
    Verhältnismäßigkeit ist das entscheidende Kriterium. Wir hacken Dieben ja auch nicht die Hände ab, wie in anderen „Zivilisationen“ dieser Welt.

    Solange die Zustände so sind, wie sie sind, wäre es fahrlässig und naiv, die Abschaffung von Anonymität (Telekommunikation, Bargeld) und die Überwachung Unschuldiger zu befürworten. Deshalb ist ziviler Ungehorsam und Widerstand oberste Bürgerpflicht. Ich kann auch nichts dafür, dass rosaroten Fassaden und heile Welt noch nie Wirklichkeit waren.

    LÖSUNGSVORSCHLÄGE: -> Haben Sie auch welche anzubieten?
    – Fokus auf echte Sicherheitsprobleme und Gefahren (tausende Verkehrstote, zehntausende Tote durch Krankenhauskeime wegen mangelnder Hygiene, zehntausende Tote durch legale Drogen wie Alkohol und Tabak) statt Panikmache und Aufbauschen von politisch nützlichen „Bedrohungslagen“ (NULL Tote durch Terrorismus).
    – Gute Sozial- und Bildungspolitik ist die beste Kriminalitätprävention. Wer gebildet ist, wer gute Arbeit mit guten Bedingungen und Bezahlung hat, wer sozial geachtet und respektiert wird, der wird nicht so schnell kriminell.
    – Mehr echte Polizisten, die auf den Straßen Präsenz zeigen und bei Schlägern, Räubern etc. eingreifen können, statt Überwachungskameras gegen die Masse von Unschuldigen. Was nützt es mir, wenn hinterher alle Welt auf YouTube sehen kann, wie ich tot geprügelt wurde, wenn mich ein echter Polizist hätte retten können?
    – Bessere Ausbildung, Ausstattung und Bezahlung von Polizisten, damit nicht mehr ungebildetes Gesindel mit Gewaltphantasien Polizist wird, die sonst keinen Job gefunden hätten.
    – Mehr Überwachung der Polizei (Videoüberwachung von Verhören, Zellen, Polizeieinsätzen; Kennzeichnungspflicht für Polizisten), damit Fehlverhalten und Verbrechen der Polizei nicht mehr vertuscht, sondern konsequent verfolgt werden können.
    – Unabhängige Kontrollinstitution, die die Arbeit der Polizei überprüfen kann (gibt es schon in vielen europäischen Ländern), damit nicht mehr die Polizei gegen sich selbst ermittelt, was aus Befangenheitsgründen sinnlos ist.
    – Echte Strafen gegen kriminelle Polizisten, Staatsanwälte und Richter, damit Rechtsbruch, Rechtsbeugung und Kriminalität in Uniform/im Dienst nicht mehr ungestraft bleibt.
    – Echte (finanzielle) Entschädigungen für Unschuldige, die zu Unrecht ins Visier von Überwachungen und Ermittlungen geraten sind und Zwangsmaßnahmen, Haft usw. ertragen mussten.
    – Echte öffentliche Rehabilitierung von zu Unrecht verdächtigten, verfolgten und eingesperrten Bürgern, damit die berufliche, familiäre, soziale und finanzielle Existenz wiederhergestellt wird.

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