Yahoo blockt Do-Not-Track-Einstellung bei IE 10

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„Missbrauchsanfällig“, „entspricht nicht dem Nutzerwillen“.

Nach Apache hat nun auch YAHOO! angekündigt, „Do Not Track“ Anfragen des Internet Explorer 10 zu ignorieren – um den Nutzer zu schützen!

Stellungnahme Yahoos

„Do Not Track“ (DNT) ist ein HTTP-Header-Feld und signalisiert einer Internetseite oder Internet-Anwendungssoftware den Wunsch des Nutzers, dass diese die Informationen über seine Aktivität nicht personenbezogen verwendet.

In einem aktuellen Beitrag begründet der Internetgigant aus Sunnyvale seinen Schritt vor allem damit, dass die voreingestellte browsereigene DNT-Technologie den individuellen Willen der Nutzer unberücksichtigt lasse:

Recently, Microsoft unilaterally decided to turn on DNT in Internet Explorer 10 by default, rather than at users’ direction. In our view, this degrades the experience for the majority of users and makes it hard to deliver on our value proposition to them. It basically means that the DNT signal from IE10 doesn’t express user intent.

Diskussion um default-DNT

Dieser Vorwurf ist nicht neu und wird nicht nur vom Branchenverband der Digitalen Werbeindustrie (Digital Advertising Alliance/DAA) geteilt. Auch Vorreiter der DNT-Bewegung wie die Entwickler bei der Mozilla Foundation stellen beim DNT den individuellen Nutzerwunsch über eine technische Lösung durch Voreinstellung:

There are three different signals to consider in broadcasting the user’s preferences for tracking:

  1. User says they accept tracking
  2. User says they reject tracking
  3. User hasn’t chosen anything

Firefox defaults to state 3: we don’t know what the user wants, so we’re not sending any signals to servers. This causes the presence of the signal to mean more — the signal being sent should be the user’s choice, not ours. Therefore, Firefox doesn’t broadcast anything until our user has told us what to send.

Auch Roy Fielding, einer der Hauptautoren der HTTP-Spezifikation und Mitbegründer von Apache, hatte bereits angekündigt, dass Apache Server die Voreinstellung des neuen Internet Explorers 10 ignorieren werden. Es handele sich hierbei um einen „absichtlichen Missbrauch von offenen Standards“:

The only reason DNT exists is to express a non-default option. That’s all it does. It does not protect anyone’s privacy unless the recipients believe it was set by a real human being, with a real preference for privacy over personalization.

Fazit

Die Kritik an Microsofts Voreinstellung mag dogmatisch erscheinen, macht aber durchaus Sinn.

Will man den Nutzerwillen ernst nehmen, geht dies nur über eine möglichst individuelle Einstellung der Nutzer im Einzelfall. Denn der Datenschutz entspringt dem Persönlichkeitsrecht der Betroffenen – also der freien Entscheidung darüber bestimmen zu können, was mit den persönlichen Daten geschieht.

Eine automatische Voreinstellung meldet an den Server aber eben nicht das Ergebnis einer eigenen Willenserklärung der Nutzer, sondern bloß die missbrauchsanfällige Voreinstellung eines Browsers – und damit den Werbe-Servern das beste Argument, die DNT-Anfragen komplett zu ignorieren.

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