Datenschutz im Urlaub

Fachbeitrag

Sommerzeit ist traditionell Reisezeit. Musste man sich vor einigen Jahren noch hauptsächlich Gedanken um die Sicherheit von Gepäck und Wertsachen machen, muss man heute beim Reisen auch den Datenschutz im Blick behalten. Wie Ihre Daten den Urlaub ohne Verluste überstehen, erklären wir Ihnen heute.

Augen auf schon bei der Reisevorbereitung

Datenschutz beginnt bereits bei der Urlaubsvorbereitung. Achten Sie bei Reisebuchungen über das Internet darauf, nicht zu viele Daten anzugeben. Nehmen Sie z.B. nur eine Hotelbuchung vor, ist die Angabe Ihrer Personalausweisnummer nicht erforderlich. Werden über das Buchungsportal personenbezogene Daten oder gar Kontodaten abgefragt, sollten Sie diese nur über eine verschlüsselte Verbindung übertragen. Soll die Übertragung an einen Empfänger im Ausland erfolgen, müssen Sie besonders aufpassen. In anderen Ländern herrschen andere Sitten, das gilt auch für die Vorgaben in Sachen Datenschutz und Datensicherheit.

Bestehen Unklarheiten über den Umgang mit Ihren Daten durch den Reiseanbieter, sollten Sie diese vor der Übermittlung Ihrer Daten klären. Seriöse Anbieter werden Ihre Fragen bereits im Vorfeld der Reise beantworten und Ihnen z.B. alternative Zahlungsmethoden anbieten.

Verschlüsselung schützt vor Schaden

Geht es endlich los, haben die meisten Reisenden inzwischen auch mindestens Datenträger im Gepäck. Wer will schließlich im Urlaub schon auf Smartphone, Tablet oder Notebook verzichten. Zum Schutz Ihrer Daten sollten Sie vor der Abreise die Speichermedien Ihrer Geräte verschlüsseln und auf diese Weise gegen unbefugte Zugriffe schützen. Gerade im Urlaub wechseln elektronische Geräte auch einmal unfreiwillig den Besitzer. Der Verlust des Geräts ist ärgerlich genug. Mit einer geeigneten Verschlüsselung sorgen Sie dafür, dass der Dieb dann zumindest nicht auf die auf dem Gerät gespeicherten Daten zugreifen kann.

Doch Achtung! Manche Länder, z.B. die USA oder China, reagieren sehr sensibel, wenn Ausländer verschlüsselte Datenträger ein- oder ausführen wollen. Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie sich vor der Reise über die in Ihrem Reiseland in Sachen Verschlüsselung geltenden Bestimmungen erkundigen und diese auch einhalten. Dürfen Sie keine Verschlüsselung verwenden, sollten Sie nur den für den Urlaub erforderlichen Datenbestand auf dem Gerät speichern. Professionelle Reisende halten für solche Zwecke ein Zweitgerät mit minimalem Datenbestand vor.

Datenübertragung nicht von allen Orten

Wer hat sich nicht schon einmal die Wartezeit in der Transitzone des Flughafens oder am Bahnhof mit einem letzten Blick in das E-Mail-Postfach oder das Online-Bankkonto vertrieben. Um den Reisenden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, stellen viele öffentliche Einrichtungen ihren Besuchern zu diesem Zweck WLAN-Hotspots zur Verfügung. Im Hotel erhält man die Zugangsdaten für das Hotel-WLAN oft automatisch mit der Zimmerkarte.

Beachten Sie bei der Nutzung dieser öffentlichen Funknetzwerke, dass die Sicherheit Ihrer Daten in diesen Netzwerken nicht gewährleistet werden kann. Öffentliche Netzwerke sind tatsächlich öffentlich, Ihre über unverschlüsselte Verbindungen übertragenen Daten kann dort jeder mitlesen, der sich in dem Netzwerk befindet. Sensible Daten sollten Sie daher über solche Netzwerke nicht übertragen. Das Online-Banking oder Abrufen privater Postfächer über öffentliche WLAN-Hotspots ist damit tabu.

Einen Ausweg bieten die mittlerweile die meisten Smartphones: Mit ihnen haben Sie die Möglichkeit, einen eigenen mobilen Hotspot einzurichten, der für die Übertragung sensibler Daten genutzt werden kann. Allerdings fallen bei der Übertragung von Daten auf diesem Weg, je nach gewähltem Tarif, unter Umständen Gebühren für die Nutzung des (ausländischen) Datennetzes an.

Vorsicht auch bei Hotelrechnern

Gästen, die den eigenen Rechner zuhause gelassen haben, bieten viele Hotels die Nutzung eines Hotelrechners an. Auch hier ist Vorsicht geboten: Sie wissen nicht, wer den Rechner vor Ihnen genutzt hat und welche (Schad-)Software auf diesem Rechner läuft. Um sie vor dem Ausspähen durch Dritte zu schützen, sollten Ihre sensible Daten, z.B. Passwörter für Mail-Postfächer, nicht auf diesem Weg übertragen werden.

Gleiches gilt für E-Mail-Anhänge. Erfolgt der Versand über einen infizierten Rechner, können die nett bebilderten Urlaubsgrüße an die Lieben daheim schnell ungewollt zum Sicherheitsrisiko werden. Wer vermutet schon im Anhang einer Urlaubsmail von Verwandten einen Computervirus oder Trojaner.

An Schadsoftware sollten Sie auch denken, wenn Sie einen USB-Stick an einem Hotelrechner nutzen. Dabei können, von Ihnen unbemerkt, Computerviren und andere unliebsame Urlaubsmitbringsel auf den Stick gelangen. Verwenden Sie den Stick dann wieder am heimischen Rechner, kann das zu bösen Überraschungen führen. Vermeiden können Sie dies, indem Sie den USB-Stick vor der erneuten heimischen Nutzung auf Schadsoftware prüfen.

Auch im Urlaub an Datenschutz denken

Keine Frage, Sie fahren in den Urlaub, um sich zu entspannen. Damit die Entspannung auch möglichst lange anhält, sollten Sie auch im Urlaub bei Übermittlung von Daten und der IT-Nutzung Vorsicht walten lassen. Die aufgeführten Tipps sollen Ihnen dabei helfen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen schönen Urlaub!

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6 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Danke für diesen hilfreichen Artikel. Können Sie noch empfehlen, wie man mit Personalausweiskopien beim Hotel Check-in umgehen sollte? Darf man dies ablehnen oder riskiert man damit seinen Aufenthalt im Hotel?

      • @ Dr. Datenschutz

        Danke für die Antwort. Können Sie mir noch sagen, ob es wirklich ok ist, wenn man als Deutscher in deutschen Hotels seinen Personalausweis kopieren lassen muss? Reicht nicht das Vorzeigen? Oder ist ein Hotel Check-in mittlerweile wirklich so streng wie eine Kontoeröffnung (Ausweis zeigen PLUS kopieren)?

  2. @dr.datenschutz

    würden sie dazu raten, in skandinavischen ländern aus datenschutzgründen mit bargeld zu bezahlen? bargeld gilt in skandinavien bekanntlich als aussterbende spezies und wird nicht gerne gesehen. sollte man sich dort den stress als barzahler machen (bargeld=“verdächtig“) oder besser als kartenzahler mitschwimmen?

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