Datenschutz im Verein

Fachbeitrag

Bei all den Vorteilen, die ein gemeinnütziger Verein genießt, im Bereich des Datenschutzrechts erfährt dieser keine bevorzugte Behandlung. Auch für ihn gelten die Datenschutzgesetze, insbesondere das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). In diesem Artikel werden die für den Verein geltenden datenschutzrechtlichen Grundlagen näher erläutert und häufige Fragestellungen beantwortet, die in der Vereinspraxis auftreten.

Anwendbarkeit des Bundesdatenschutzgesetzes

Soweit ein Verein personenbezogene Daten erhebt, nutzt, weitergibt oder sonst verarbeitet, müssen die Regelungen des BDSG beachtet werden. Nach § 3 Abs. 1 BDSG sind personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person. Damit sind nicht nur die zur Identifizierung einer Person erforderlichen Daten wie z.B. der Name und das Geburtsdatum gemeint, sondern auch Angaben wie Familienstand, Anschrift, Beruf, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Interessen, Mitgliedschaften in Organisationen, Wettkampfergebnisse etc.

Mitarbeiter eines Vereins

Die Rechtmäßigkeit der Erhebung, -verarbeitung und -nutzung der Beschäftigtendaten des Vereins richtet sich nach § 32 BDSG. Als Beschäftigte in diesem Sinne sind vor allem die Angestellten eines Vereins – also die hauptamtlichen Mitarbeiter – gemeint.

Danach darf der Verein solche personenbezogenen Daten seiner Mitarbeiter erheben, die für die Begründung, Durchführung oder Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich sind.

So darf der Verein als Arbeitgeber gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 BDSG im Rahmen eines Fragebogens nur bestimmte Informationen von seinen Mitarbeitern abfragen. Fragen nach der Schwangerschaft oder nach der politischen oder religiösen Gesinnung sind tabu, es sei denn, diese Angaben sind für die zu besetzende Stelle unerlässlich. Im Rahmen einer Online-Bewerbung muss er darauf achten, dass die Bewerber die Bewerbung verschlüsselt verschicken können.

Alle Personen im Verein, die Zugang zu Mitgliederdaten haben, sind schriftlich auf das Datengeheimnis nach § 5 BDSG zu verpflichten.

Daneben sind noch folgende Themen datenschutzrechtlich von Bedeutung:

Mitglieder eines Vereins

Die Mitgliedschaft in einem Verein ist als rechtsgeschäftliches Schuldverhältnis anzusehen. Rahmen und Inhalt dieses Schuldverhältnisses werden im Wesentlichen durch die Vereinssatzung und durch die Vereinsordnung definiert.

Es ist fast selbsterklärend, dass der Wunsch, in einem Verein Mitglied werden zu wollen, persönlich oder dann durch einen gesetzlichen Vertreter erklärt werden soll. Damit hält der Verein sich auch an den Grundsatz, dass personenbezogenen Daten grundsätzlich direkt bei dem Betroffenen zu erheben sind.

28 Abs. 1 Nr. 1 BDSG regelt die Erhebung und Nutzung von personenbezogenen Daten zu Satzungszwecken. Danach ist die Verwendung von Mitgliederdaten für die Begründung, Durchführung und Beendigung der sich durch die Satzung und den Vereinszweck definierten Mitgliedschaft zulässig. Dabei darf der Verein nur solche personenbezogenen Daten seiner Mitglieder erheben und nutzen, die für die Mitgliederbetreuung und -verwaltung sowie für die Verfolgung des Vereinsziels erforderlich sind.

Davon zu trennen sind solche personenbezogenen Daten der Mitglieder, die für den Verein lediglich nützlich sind. Bei einem Aufnahmeantrag muss das potentielle neue Mitglied erkennen können, bei welchen Informationen es sich um freiwillige und bei welchen um Pflichtangaben handelt. Bei den freiwilligen Angaben sollte noch der Hinweis erteilt werden, zu welchem Zweck diese Daten erhoben und genutzt werden.

Spender und Förderer

Auch die Daten von Spender und Förderer sind nur zu dem Zweck zu verwenden, zu welchem diese Daten erhoben wurden. So werden die Daten wie Name und Kontonummer grundsätzlich nur erhoben, um eine bestimmte Geldsumme an den Verein zu spenden. Um den Spendern oder Förderern nachträglich Spendenwerbung oder Informationen zu dem Verein zuschicken zu können, muss grundsätzlich eine Einwilligung eingeholt werden.

Verwendung von Fotos und Videoaufnahmen

Viele Vereine machen auf eigenen Veranstaltungen Fotos oder Videos, um den Verein beispielsweise im Internet effektiver zu präsentieren. Rechtsgrundlage für die Veröffentlichung von Fotos und Videos im Internet bildet das Kunsturhebergesetz (KUG).

Nach § 22 Abs. 1 KUG dürfen Fotos und Videoaufnahmen von natürlichen Personen grundsätzlich nur mit Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht werden. Die Einwilligung soll aus Gründen der Beweisbarkeit schriftlich erteilt werden. In der vorformulierten Einwilligung (i.d.R. Formularblatt) ist anzugeben, welches Foto oder welche Videoaufnahme auf welcher Internetseite zu welchem Zweck veröffentlicht wird. Darüber hinaus muss die Einwilligungserklärung einen Hinweis enthalten, dass die Einwilligung verweigert oder mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden kann. Wird die Einwilligung verweigert oder widerrufen, so darf das Foto oder die Videoaufnahme in der Regel nicht (mehr) auf der Webseite veröffentlicht werden.

Werbung

Möchte ein Verein durch Werbung den eigenen Bekanntheitsgrad erhöhen, muss er sich an bestimmten Regeln halten. Sowohl bei E-Mail- als auch bei Telefonwerbung muss der Empfänger der Werbung eine Einwilligung in den Erhalt der Werbung erteilt haben. Eine Ausnahme besteht bei sog. Listendaten nach § 28 Abs. 3 S. 2 BDSG.

Einsatz von externen Dienstleistern

Setzt ein Verein externe Dienstleister ein, so hat er daran zu denken, dass er mit dem Dienstleister evtl. eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung nach § 11 BDSG abzuschließen hat. In der Regel muss eine solche Vereinbarung abgeschlossen werden, wenn ein Dienstleister im Bereich IT oder Marketing und Werbung für den Verein tätig wird.

Datenschutzrechtliche Anforderungen an eine Webseite

Auch Vereine müssen die eigene Webseite rechtssicher gestalten. Hier finden Sie eine Übersicht, welche Punkte dabei insbesondere zu beachten sind.

Der Datenschutzbeauftragte

Ob ein Verein gesetzlich verpflichtet ist, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen, richtet sich nach § 4f Abs. 1 BDSG.

Die Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten besteht in der Regel wenn

  • bei einem automatisierten Verfahren mindestens 10 Personen ständig mit der Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind oder
  • bei einer nicht automatisierten Datenverarbeitung mindestens 20 Personen mit der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung beschäftigt sind.

Die Aufgabe des Datenschutzbeauftragten ist dafür zu sorgen, dass der Verein die Vorschriften des Datenschutzes einhält.

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Externer Datenschutzbeauftragter

35 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Guten Morgen,
    der letzte Satz macht mich etwas stutzig. Ich war immer der Meinung, dass ein DSB (zur Zeit) auf die Einhaltung der Vorschriften hinwirkt und nicht dafür zu sorgen hat ? Ist das in einem Verein etwas anders oder nur Wortklauberei von mir ?

    Vielen Dank.

  2. Bei einer sog. Anlass-Spende (runder Geburtstag, Jubiläum, Todesfall) werden dem Anlass-Geber oft nur die Namen der Spender und die Höhe der Gesamtsumme mitgeteilt, jedoch nicht immer die Höhe der einzelnen Spende, dies unter Berufung auf den Datenschutz. Ist das richtig? Dabei kann die Höhe der Spende Ausdruck besonderer Wertschätzung sein, also ein berechtigtes Interesse bestehen, diese zu kennen.

    • Die Höhe einer Spende ist, vergleichbar mit dem gezahlten Gehalt, in Kombination mit dem Namen des Spenders ein personenbezogenes Datum und unterliegt somit dem Schutz des BDSG. Eine Rechtsgrundlage für die Nennung der konkreten Höhe der Spende ohne Einwilligung des Spenders muss kritisch betrachtet werden. Die Höhe der Spende muss nicht immer ein Zeichen besonderer Wertschätzung sein, vielmehr kann der Spender bei Bekanntwerden seiner lediglich geringen Spende auch in der öffentlichen Wahrnehmung zurückgesetzt werden, sodass ein berechtigtes Interesse des Anlass-Spenders an der Höhe der Spende in der Regel nicht angenommen werden kann.

  3. [Kommentar gelöscht. Off-Topic. Bitte posten Sie Ihre Frage unter einem themenrelevanten Artikel. Vielen Dank.]

  4. Dürfen in einem Verein private Probleme jeglicher Art durch den Vorstand und Beisitzer an Dritte weitergegeben werden? Wo die Person in einen Verein als Mitglied beigetreten ist und private Probleme hat z.b. in einem Krankenhaus ist wegen z.b Burnout hat.

    • Welche personenbezogene Daten von den Vereinsmitgliedern durch den Verein (Vorstand) erhoben werden dürften, hängt davon ab, wie der Vereinszweck in der Vereinssatzung definiert ist. Grundsätzlich dürfen Gesundheitsdaten nur unter sehr engen Voraussetzungen erhoben und an Dritte weitergegeben werden. Hier sollte vor allem die Frage gestellt werden, muss der Verein überhaupt wissen, dass ein Mitglied unter Burnout leidet und im Krankenhaus behandelt wird.

      • Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein. Und das mit dem Krankenhaus war nur ein Beispiel. Wenn ich es jetzt sagen müsste was eigentlich richtig ware, müsste ich mich selber anzeigen, da ich es mit dem Datenschutz ernst nehme. Und es sollten nur ein paar Leute wissen. Und der zweite Vorstand und Beisitzer haben sensible Daten an Dritte weitergegeben. Was mit dem Mitglied wirklich los ist. Daher hatte ich hier nachgefragt, weil es wirklich sensible Fakten war was an Dritte ging.

  5. Für Übungsleiter im Rehasport ist es wichtig, über Erkrankungen von neuen Teilnehmern informiert zu sein. Mit einem Fragebogen werden die neuen Teilnehmer auf freiwilliger Basis aufgefordert, diesen auszufüllen, um innerhalb des Kurses darauf eingehen bzw. Rücksicht nehmen zu können. Es ist selbstverständlich das dieser Fragebogen vertraulich behandelt und nicht Jedem zugänglich ist.
    Fragen: Wie lange ist der Fragebogen im Verein aufzubewahren oder muss dieser dem Teilnehmer nach Ende der Maßnahme ausgehändigt werden?

    • Personenbezogene Daten sind von Gesetzes wegen zu löschen, sobald der Zweck ihrer Speicherung bzw. Aufbewahrung erreicht oder weggefallen ist. Wenn die Aufbewahrung des Fragebogens für den Zweck „Durchführung der Reha-Maßnahme“ nicht mehr erforderlich ist und sie ihn nicht für sonstige Zwecke, insbesondere gesetzliche Nachweispflichten, benötigen, sollten Sie ihn daher dem Teilnehmer aushändigen oder sicher vernichten.

  6. das im Verein, egal, ob gemeinnützig oder nicht, der Datenschutz eingehalten werden muss ist klar. Ich führe zur Zeit mit einem (Vereins-)Kollegen eine Diskussion darüber, ob mit der neuen DSGVO ein gemeinnütziger Nachbarschaftshilfeverein der sich um kranke Menschen kümmert einen eigenen DSB benötigt. Die DSGVO schreibt bei besonderen pb Daten ja keine Anzahl der Personen mehr vor, die diese Daten verarbeiten. Da auch Pflegeleistungen gemäß SGB V auf Anordnung des Arztes durchgeführt werden, bin ich der Meinung, dass ein DSB zwingend notwendig ist.

  7. Ich habe vor kurzem die Mitgliedschaft in einem Verein gekündigt. Nun habe ich erfahren, dass Mitglieder des Vorstands anderen Menschen in unserem Dorf davon erzählen und sich beschweren das ich aus dem Verein ausgetreten bin.
    Ist das zulässig? Oder fällt das auch unter den Datenschutz? Ich möchte eigentlich nicht das es überall herum erzählt wird.

    • Vereine genießen bezüglich des Datenschutzrechts keine bevorzugte Behandlung. Auch für sie gelten die Datenschutzgesetze, insbesondere das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Entsprechend sind auch alle Personen im Verein, die Zugang zu Mitgliederdaten haben, auf das Datengeheimnis nach § 5 BDSG zu verpflichten.

  8. Ich bin Trainer in einem Sportverein. In diesem Verein sollen nun alle zu den jeweiligen Trainingszeiten anwesenden und teilnehmenden Personen namentlich mit Datum in einem Heft erfasst werden. Dieses Heft soll monatlich an den Schatzmeister übergeben werden. Was mit den gesammelten Angaben geschieht und wozu sie verwendet werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist dieses Vorgehen datenschutztechnisch in Ordnung und wie müsste mit diesen entstandenen Heften verfahren werden?

    • Für die Frage, ob dieses Vorgehen datenschutzrechtlich zulässig ist, sollte zunächst der Zweck für die Datensammlung ermittelt werden. Erst wenn klar ist, welchen Zweck der Schatzmeister mit der Erhebung dieser Daten verfolgt kann geprüft werden, ob diese Datenverarbeitung auf eine Rechtsgrundlage gestützt werden kann.

  9. a) Benötigt man eine Einverständniserklärung wenn man als Verein die Mitgliederdaten (keine sensiblen Daten) einem Dachverband weiterleitet, damit dieser eine Vereinszeitschrift zuschicken kann?
    b) Darf ein Verein ein Mitgliederverzeichnis mit Namen, Adresse, Tel, email erstellen und exklusiv seinen Mitgliedern zur Verfügung stellen?

    • a) Eine Einwilligung der Mitglieder ist dann nicht erforderlich, wenn mit dem Dachverband ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung (ADV) geschlossen wird. Allerdings sind die Mitglieder (ggf. bei Eintritt) darüber zu informieren, dass ihre personenbezogenen Daten zur Versendung der Vereinszeitschrift an den Dachverband weitergeleitet werden.

      b) Der Verein selbst, darf ein Mitgliederverzeichnis führen. Soweit die Weitergabe an die Mitglieder nicht zwingend für die Mitgliederbetreuung und -verwaltung erforderlich ist, ist diese nur mit Einwilligung des jeweiligen Mitglieds zulässig.

  10. Persönliche Daten von Mitglieder, insbesondere von Funktionären werden an den Dachverband des Vereins weitergeleitet.
    I) Ist dies eine Auftragsverarbeitung im Sinne der DSGVO und muß über einen AV-Vertrag vereinbart werden, auch wenn sich der Verein über die Satzung des Dachverbandes dazu bereits verpflichtet hat und in dieser Satzung auch ein § zum Datenschutz enthalten ist ?
    II) Gibt es Musterverträge zwischen Verein und dessen Dachverband ?

    • Für die Beurteilung, ob die Datenverarbeitung durch den Verein eine Auftragsverarbeitung darstellt, kommt es maßgeblich darauf an, was der Dachverband mit den betroffenen personenbezogenen Daten macht (Verarbeitung im Auftrag des Vereins oder für eigene Zwecke). Eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung ist nur dann erforderlich, wenn auch eine Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag erfolgt. Soweit eine Auftragsverarbeitung vorliegt, kann grundsätzlich auf ein allgemeines Muster einer Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung zurückgegriffen werden.

  11. Wir überarbeiten zur Zeit die Satzung und die Geschäftsordnung unseres Vereins. Zwei Fragen:
    Macht es Sinn den Datenschutz mit aufzunehmen?
    Ist es besser den Datenschutz dann in der Satzung oder der Geschäftsordnung zu verankern?

    • Die datenschutzrechtlichen Regelungen sollten zumindest allen Mitgliedern in irgendeiner Form bekannt gegeben werden. Es bietet sich an, dies in Form einer separaten Richtlinie zu tun und ggf. in der Satzung auf die Richtlinie zu verweisen.

  12. Im Kleingarten e.V hat jede Parzelle einen Pächternamen und einen Strom-UNTERZÄHLER. Zur Prüfung der Stromabrechnung muss auch die Summenbildung der Unterzählerwerte einbezogen werden.Haben alle e.V Mitglieder das Recht auf Offenlegung der einzelnen Verbrauchswerte? (z.Z.verweigert!) Danke

    • Ob es uns hilft, der Spruch vom AG Dortmund (AZ 512 C 42/13), allgemein: Energieverbrauchswerte sind keine schützenswerten Daten! Also auch im e.V.
      Herr Dr. Datenschutz, darf ich in der Sache einen sachdienlichen Hinweis erwarten?

      • Wir dürfen keine Rechtsberatung geben. Folgende allgemeine Hinweise: Der Energieverbrauchswert allein ist kein personenbezogenes Datum. Allerdings könnten bei einer Offenlegung der Verbrauchswerte in Verbindung mit den Pächternamen datenschutzrechtliche Belange berührt werden. Die Offenlegung dieser Daten durch den Verein bedarf dann einer Rechtsgrundlage. Ob eine solche vorliegt muss geprüft werden.

        • Ja Danke Herr Doktor, der Verein sind die Mitglieder, ich auch, es ist nicht Im I-Net veröffentlichen gemeint, sondern nur intern unter den beteiligen Verbrauchern. Der Beitritt zu einer solchen Gemeinschaft erfolgt nicht anonym sondern mit der Bereitschaft zu einem transparenten Teilungs-Vertrag. Es ist auch kein „WohnBereich“, Frau Wasserpumpe und Herr Rasenmäher sind die dominierenden Verbraucher. Aber Manche probieren eben auch mal ob die Sache mit dem Kleinen Magneten am Zähler klapp, usw… Sollt ohne AG klapp.

  13. Hallo,
    wir haben in unserem Verein für jedes Mitglied eine E-mail-weiterleitung von name.nachname@verein.de auf seine private email-addresse (z.B. irgendwer@gmx.de).

    nach meiner Auffassung ist das nicht zulässig, weil der Person, welche an die @verein.de sendet, nirgendwo gezeigt wird, das wir die Daten automatisch an dritte weiter geben.
    Kollegen im Verein sind der Meinung das diese name.nachname@verein.de als private und nicht als Vereinsadresse anzusehen ist, und damit raus ist aus dem Datenschutz des Vereins.

    Alternative wäre jedem Vereinsmitglied statt der weiterleitung ein eigenes Postfach auf unserem Vereins-eigenen Server zuzuteilen. Dann wäre das Problem wegen Weiterleitung an dritte ja geloesst, oder ?

    • Sie könnten den Interessenten z.B. auf Ihrer Webseite mitteilen, dass die Mitteilungen an die Privatadressen der Mitglieder weitergeleitet werden. Wenn Sie den Mitgliedern aber ein eigenes Postfach einrichten, ist das natürlich datenschutzrechtlich eleganter.

  14. Hallo,
    wir haben eine Interpretationsfrage :) zu
    „Die Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten besteht in der Regel […] mit der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung beschäftigt sind.“
    Wir sind ein „historischer“ Verein mit einer Homepage, einer (Online-)Mitgliederverwaltung und einem (nicht öffentlichen) Ortsfamilienbuch. Alle, die an diesen Tools mitarbeiten, haben also mit personenbezogenen Daten zu tun, arbeiten aber alle ausschließlich ehrenamtlich, es sind also keine Beschäftigte im Sinne es Beschäftigungsverhältnisses des Vereins (so was können wir uns nicht leisten).
    Frage 1: Wie ist „beschäftigt“ zu interpretieren? Wir haben insgesamt 10 – 15 Mitglieder, die an diesen Projekten arbeiten. Benötigen wir einen DSB?
    Frage 2: Was ist dann unter „automatisiert“ zu verstehen? Die Erfassungen und Verwaltung geschieht manuell, aber SEPA-Einzug beispielsweise gesammelt.
    Vielen Dank

    • Für die Bestimmung der Zahl der relevanten Beschäftigen ist irrelevant, ob es sich um Vollzeit- oder Teilzeitkräfte handelt oder ob Auszubildende, Volontäre und Praktikanten tätig sind. Es kommt somit nicht auf den arbeitsrechtlichen Status an. Auch ehrenamtlich Tätige gehören dazu.

      Bezüglich der automatisierten Verarbeitung kommt es darauf an, ob die Mitarbeiter mit Datenverarbeitungsanlagen, bspw. mit E-Mail arbeitet. Jede Benutzung eines Computers und einer Mail dürfte bereits ausreichen, auch wenn Sie in Ihrem Verein teilweise ausschließlich Papierakten führen. Je nach Einzelfall dürfte somit bspw. Reinigungspersonal in Lagerhallen oder Fabrikarbeiter ausscheiden, die gar keine personenbezogene Daten verarbeiten. Hier kommt es für Ihren Fall somit darauf an, wie Ihre Arbeitsabläufe konkret ausgestaltet sind.

  15. Meine Frage bezieht sich auf einen Künstlerverband-/Verein. Ich bin zuständig für die finanziellen Belange, habe somit Mitgliederlisten/ Sepa Unterlagen zu verwalten.
    Die Mitgliederlisten liegen den 1.+2. Vorsitzenden ebenfalls vor.
    Muss ich ihm Rahmen der neuen Datenschutzvorschriften etwas beachten. Bisher haben wir keinen „Datenschutz-Beauftragten“ gehabt?

    • Ja auch für Vereine gilt die DSGVO mit ihren Rechten und Pflichten. Grundsätzlich ist Ihnen daher zu empfehlen, dass Thema DSGVO bei einer zeitnah anberaumten Vereinsversammlung auf die Tagesordnung zu setzen. Es geht über die von Ihnen geschilderten Bereiche weit hinaus.

      Als Vorbereitung möchte ich Ihnen ein paar Links empfehlen:

      1. Für Vereine gibt es eine gute Stellungnahme des Landesbeauftragten für den Datenschutz in Baden-Württemberg. Diese ist recht ausführlich und kann Ihnen als Basis dienen.

      2. Behördlich geprüfte Mustervorlagen für das sog. Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten bekommen Sie vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten. Dieses werden Sie in jedem Falle erstellen müssen.

      3. Weitere Informationen, Vorlagen und Kurpapiere können z.B. auch über diese Webseite des Bayrischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht bezogen werden.

  16. Hallo Dr. Datenschutz,
    muss der vom Verein zu bestellende Datenschutzbeauftragte eine Schulung/Zertifikat als solcher haben, oder kann das auch jemand sein, der sich mit dem Thema auskennt? VG

    • Bei dem Datenschutzbeauftragten geht es um seine berufliche Qualifikation und insbesondere sein Fachwissen, das er auf dem Gebiet des Datenschutzrechts und der Datenschutzpraxis besitzt. Er muss also in der Lage sein, seine aus Art. 39 DSGVO genannten Aufgaben zu erfüllen. Es sollte somit jemand ausgewählt werden, der sich bereits zum Zeitpunkt der Ernennung mit Datenschutz auskennt. Eine Pflicht zur Zertifizierung besteht nicht. Der Datenschutzbeauftragte sollte bezüglich datenschutzrechtlicher Themen immer auf dem Laufenden sein.

  17. Mit diesem letzten Kommentar zum hiesigen Beitrag schließen wir hier den Kommentarbereich, um eine wachsende Unübersichtlichkeit und Überschneidung von Themen zu vermeiden.

    Bitte beachten Sie unsere bisherigen Antworten auf die eingegangenen Kommentare und folgende Dokumente:
    BayLDA – Anforderungen für Vereine
    BayLDA – Musterverzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten für Vereine
    Datenschutz im Verein nach der DS-GVO

    Wir bedanken uns für die zahlreichen Beiträge.

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