Für Apple ist Privatsphäre entscheidend über Leben und Tod

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Auf dem Cybersecurity Summit der US-Regierung am vergangenen Wochenende hat sich Apple-CEO Tim Cook klar für mehr Privatsphäre ausgesprochen.

Apple kein Engel

Dies soll keine Lobeshymne auf Apple sein. Zu präsent ist die Yosemite-Problematik. Auch die stetige Frage an den Nutzer, ob der Schlüsselbund nicht doch endlich in der iCloud gespeichert werden solle – super praktisch, weil man dann von überall vollen Zugriff auf seine Schlüssel habe – scheint eine nur mäßig gute Idee zu sein, um Sicherheit herzustellen. Es gibt also kein „privacy by default“ oder gar „by design“ bei Apple-Produkten. Aber es gibt die Möglichkeit, die Einstellungen tatsächlich zu ändern und sich angemessen zu informieren.

Sicherlich ist Apple auch nur ein Großkonzern, der möglichst viel Gewinn erwirtschaften will. Nun spielen die Beweggründe eines Herstellers, sich für mehr Datenschutz bei seinen Produkten zu entscheiden, für den Nutzer nur eine untergeordnete Rolle. Apple hat entdeckt, dass es sich gegenwärtig in vielerlei Hinsicht lohnt, in Datenschutz und Privatsphäre zu investieren und vor allem: Diesen Umstand publik zu machen.

Eindrucksvolle Rede

History has shown us that sacrificing our right to privacy can have dire consequences. We still live in a world where all people are not treated equally. Too many people do not feel free to practice their religion or express their opinion, or love who they choose. A world in which that information can make the difference between life and death. If those of us in positions of responsibility fail to do everything in our power to protect the right of privacy, we risk something far more valuable than money, we risk our way of way of life.

In seiner ca. 12minütigen Rede deklariert Cook den Schutz der Privatsphäre als entscheidenden Faktor über Leben und Tod. Die Geschichte zeige, dass es schlimme Folgen habe, wenn man die Privatsphäre abschaffe. Es gebe immer noch Ungleichbehandlung und Diskriminierung wegen persönlicher Vorlieben, religiöser oder politischer Ansichten. Menschen müssten schwerwiegende Nachteile befürchten, wenn sensible Informationen über sie bekannt würden.

Das Recht auf Privatsphäre und Sicherheit stehe jedem zu. Dabei müsse beachtet werden, dass es sich um dieselben Menschen handele, denen sowohl Bürger- als auch Verbraucherrechte zustehen. Der einzelne Nutzer habe den bestmöglichen Schutz verdient. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Regierung und Wirtschaftsunternehmen zusammenarbeiten. Würde man es versäumen, die Privatsphäre des Einzelnen zu schützen, riskiere man etwas viel wertvolleres als Geld: unsere Art zu Leben.

Abgrenzung von anderen Internetriesen

Auffällig war, dass Apple als einziges marktbeherrschendes Unternehmen in diesem Segment durch seinen CEO vertreten war. Die anderen Internetriesen Google, Facebook und Yahoo schickten keinen Vertreter mit ähnlichen Kompetenzen.

Umso mehr konnte Cook mit seiner Aussage punkten, dass Apple – im Vergleich zu anderen Unternehmen – sein Geld nicht damit verdiene, Nutzerdaten und personalisierte Werbung zu verkaufen, sondern allein mit der Bereitstellung von Hardware, Software und den entsprechenden Services.

Der rechte Weg

Fraglos hat Cook mit seiner Rede nicht nur den anwesenden Zuhörern aus dem Herzen gesprochen. Der Weg, den Apple im letzten Herbst eingeschlagen hat, ist begrüßenswert, wenn auch nicht in allen Teilen glaubwürdig. Sollte dieser Weg intensiv über einen längeren Zeitraum in gleicher Richtung beschritten werden, besteht tatsächlich Hoffnung für die Privatsphäre.

Es bleibt abzuwarten, ob sich auch Google und Co. dieser Herangehensweise anschließen.

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