Überwachung Total! FBI und andere Hysteriker wollen Zugriff auf Facebook, Twitter und Co.

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Die Tatsache, dass Social Networks nicht unbedingt ein Hort von Datensicherheit und Datenschutz sind, dürfte hinlänglich bekannt sein und mittlerweile fast eine Binsenweisheit darstellen.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Cyberkriminelle gezielt in Social Networks potenzielle Opfer ausspionieren und angreifen, gibt aber auch eine ganze Reihe von Tipps zu Schutzmaßnahmen.

Wie SPIEGEL-ONLINE berichtet, kommt dieser Tage jedoch ein weiterer „Big-Player“ hinzu, namentlich das FBI.

Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Wie es den Anschein hat, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten der Freiheitsgedanke zwischenzeitlich dahingehend auszulegen, dass Polizei- und Überwachungsbehörden alle Freiheiten genießen. Dies ist sicherlich auch ein Auslegungsansatz, welcher mit dem ursprünglichen Gedanken zwar wenig zu tun haben dürfte, allerdings angesichts Dingen wie Guantanamo und der bisweilen kreativen Auslegung des Völkerrechts nicht mehr wirklich zu überraschen vermag.

Social Networks als Ermittlungshelfer

Das FBI propagiert nunmehr eine Ausweitung der Überwachung auf Blogs wie Twitter und Social Networks wie Facebook & Co. Vermutet wird, dass bereits jetzt durch die National Security Agency (NSA) ohnehin eine Vollüberwachung des über die USA laufenden Internetverkehrs stattfindet. Damit wird quasi die gesamte Bevölkerung präventiv unter Straftatverdacht gestellt und zum Objekt der Überwachung gemacht.

Privatsphäre ade

Zugleich sind bei Social Networks jedoch zusätzlich auch Nutzer außerhalb der USA betroffen. Vergegenwärtigt man sich zudem, dass die USA auch vor massiver Wirtschaftsspionage in befreundeten Ländern nicht zurückschrecken, so wirkt das Ansinnen des FBI nicht weniger prekär und es stellt sich unweigerlich die Frage, zu welchem Zweck die so gewonnenen Daten gegebenenfalls noch genutzt werden.

Ohnehin hat die Forderung des FBI eine massive Einschränkung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung zur Folge, denn viele Menschen gehen dieser Tage dazu über, Privatnachrichten nicht mehr per E-Mail, sondern vermehrt über Social Networks zu verschicken. Die Privatsphäre wäre bei Social Networks welche dem Zugriff der US-Behörde unterliegen, quasi dann nicht mehr vorhanden.

Auch US-Geheimdienste haben massives Interesse an Social Networks

Wie SPIEGEL-ONLINE in einem weiteren Artikel berichtet, hat auch die NSA derzeit ein massives Interesse daran Social Networks auszuhorchen und zu infiltrieren, um diese anschließend für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Die Gewährleistung des rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes sieht jedenfalls anders aus.

Anscheinend scheint ein ganzes Land der Terror-Hysterie verfallen zu sein, ohne dabei jedoch zu bemerken, dass dies nach und nach die Preisgabe von Freiheitsrechten zur Folge hat, welche einen demokratischen Rechtsstaat erst auszeichnen und wofür Extremisten die Demokratie so irrwitzig und leidenschaftlich hassen. Durch die Hintertür gelangen Extremisten so anscheinend am Ende dennoch zum Erfolg und dies durch jene, die eigentlich stolz die Fackel der Freiheit als leuchtendes Beispiel vorantragen sollten. Irgendetwas läuft also falsch!

Ohne Frage, effektive Terrorbekämpfung muss zwingend sein, aber das Augenmaß sollten wir dabei nicht verlieren.

Sorgfältige Auswahl

Im Hinblick auf die Wahl von Social Networks und der Auswahl der dort getätigten Angaben gilt nach alledem daher einmal mehr das Sprichwort:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

=Die Glocke von Friedrich von Schiller (1759-1805)=

Falls Sie Fragen zum Thema Datenschutz, Datensicherheit und der Vereinbarkeit mit Ihren Persönlichkeitsrechten haben, fragen Sie einfach Ihren betrieblichen Datenschutzbeauftragten.

Apropos: Hat Ihr Unternehmen eigentlich einen Datenschutzbeauftragten?

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