WhatsApp Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung

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Fachbeitrag

Immer wieder richten besorgte Nutzer die Frage an uns, ob WhatsApp eigentlich vertrauenswürdig sei, welches Risiko man bei der Nutzung eingehe und was zu beachten sei. Darum haben wir sowohl die Nutzungsbedingungen als auch die Datenschutzhinweise des Messenger-Dienstes für Sie unter die Lupe genommen. Im Folgenden zeigen wir auszugsweise die aus unserer Sicht wichtigsten Punkte auf.

Nutzungsbedingungen

Die Webseite von WhatsApp wird auf Deutsch angeboten und richtet sich offensichtlich an ein deutschsprachiges Publikum. Trotzdem wird nur eine englische Version der Nutzungsbedingungen – auf der Seite auch unter AGB zu finden – zur Verfügung gestellt. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass 56 % der Deutschen in der Lage sind, eine Konversation in Englisch zu führen, bedeutet das noch nicht, dass sie auch Rechtsenglisch verstehen. Von den restlichen 44% ganz zu schweigen… Wie das Landgericht Berlin mit Urteil vom 09.05.2014, Az. 15 O 44/13 entschied, sind daher die derzeitigen AGB von WhatsApp als ungültig anzusehen.

Nichtsdestotrotz haben wir einzelne beachtenswerte Punkte kurz und übersichtlich für Sie zusammengestellt, denn faktisch muss man sich derzeit den englischen Nutzungsbedingungen auch als deutscher WhatsApp-Nutzer unterwerfen.

  1. WhatsApp sucht selbstständig in den auf dem Telefon gespeicherten Kontakten nach anderen registrierten Nutzern.
  2. Hat ein Unbefugter Zugriff auf einen Kundenaccount, übernimmt WhatsApp keinerlei Haftung; der Kunde dagegen haftet für eventuell entstehende Schäden gegenüber WhatsApp und Dritten.
  3. Der Status-Text kann von allen gesehen Nutzern gesehen werden. WhatsApp garantiert keinerlei Vertraulichkeit bezüglich dieser Eingaben. Jegliche Status-Angabe darf in allen Formen von WhatsApp zu geschäftlichen Zwecken verwendet werden.
  4. WhatsApp behält sich das Recht vor, jeden Nutzer aus beliebigem Grund von dem Dienst auszuschließen.
  5. WhatsApp schließt jegliche Haftung aus.
  6. Nur Personen über 16 Jahre dürfen WhatsApp nutzen.
  7. Im Falle eines Rechtsstreits ist der Gerichtsstand Santa Clara County, Kalifornien.
  8. Alle Ansprüche müssen innerhalb eines Jahres nach ihrem Entstehen geltend gemacht werden.

Datenschutzerklärung

Idealerweise sollte eine Datenschutzerklärung den Nutzer darüber aufklären, wie, wo und unter welchen Voraussetzungen seine Daten verarbeitet werden. Wie schon die Nutzungsbedingungen, wird auch die Datenschutzerklärung nur auf Englisch zur Verfügung gestellt. In einem früheren Artikel, den wir fortlaufend aktualisieren, werden wichtige Informationen zum Datenschutz bei WhatsApp besprochen. Dennoch finden Sie nachfolgend eine kurze Übersicht über ausgewählte Punkte der Datenschutzerklärung.

  1. Jeder Status oder anderer Inhalt, der an einen WhatsApp-Nutzer geschrieben wird, wird nicht als personenbezogenes Datum betrachtet. “any Status Submissions or other content posted at the direction or discretion of users of the WhatsApp Service becomes published content and is not considered personally identifiable information subject to this Privacy Policy”
  2. WhatsApp überprüft regelmäßig das Adressbuch im Telefon, um herauszufinden, welche der gespeicherten Kontakte ebenfalls WhatsApp-Nutzer sind. Kontakte, die die App nicht installiert haben, werden als Hashwerte gespeichert.
  3. Bei der Nutzung werden verschiedene Informationen gespeichert, wie Datum und Zeit der gesendeten Nachrichten und die involvierten Telefonnummern.
  4. WhatsApp speichert nur die Telefonnummern aus dem Adressbuch. Der jeweils zu der Telefonnummer gespeicherte Name erscheint nur lokal in der App, wird jedoch nicht an WhatsApp übermittelt.
  5. Eine Nachricht, die nicht gesendet werden kann, weil der Empfänger offline ist, wird bis zum erfolgten Versand auf den Servern von WhatsApp zwischengespeichert, längstens jedoch für 30 Tage. Danach wird sie gelöscht.
  6. Abrechnungsdaten werden für 30 Tage nach der Löschung des Accounts vorgehalten.
  7. Die Telefonnummer oder gegebenenfalls E-Mail-Adresse des Nutzers kann ohne weitere Einwilligung für Nicht-Marketing oder Verwaltungszwecke verwendet werden.
  8. Nutzerdaten, die sich aus verschiedenen Tracking- und Analysemethoden ergeben, werden dazu verwendet, Vorlieben und Trends herauszufinden und den Service anzupassen. Dazu gespeicherte Daten sind unter anderem die IP-Adresse, der Browsertyp und Clickstream-Daten.
  9. Es werden Cookies eingesetzt.
  10. Personenbezogene Daten werden für werbliche Zwecke an Dritte übermittelt, wenn eine Einwilligung vorliegt oder auf die Widerspruchsmöglichkeit hingewiesen wurde. Personenbezogene Daten können ohne Einwilligung an Dritte übermittelt werden, wenn es vernünftigerweise notwendig ist, um den Service zu erhalten oder zu verbessern.
  11. Personenbezogene Daten werden erhoben und offenbart, wenn eine gesetzliche Pflicht dazu besteht oder wenn davon auszugehen ist, dass die körperliche Unversehrtheit einer Person gefährdet ist. WhatsApp behält sich außerdem das Recht vor, personenbezogenen Daten zu offenbaren, wenn es angemessen oder notwendig ist, um die Nutzungsbedingungen durchzusetzen; sonstige rechtliche Ansprüche geltend zu machen oder sich gegen gerichtliche Inanspruchnahme zu wehren.
  12. WhatsApp erhebt wissentlich keine personenbezogenen Daten von Personen unter 16 Jahren.
  13. WhatsApp wird in den USA betrieben und verwaltet und richtet sich an Nutzer in den USA. Nutzer außerhalb der USA übermitteln ihre Daten in die USA und erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass kalifornisches Recht angewendet wird.
  14. Im Fall eines Zusammschlusses von WhatsApp mit einem anderen Unternehmen oder dem Verkauf von WhatsApp an ein anderes Unternehmen gehen auch die gespeicherten Nutzerdaten an das andere Unternehmen über.

Alternativen

Falls Sie nun das dumpfe Gefühl beschleichen sollte, WhatsApp sei nicht der richtige Messenger für Sie, können wir Ihnen Ausweichmöglichkeiten vorschlagen. Da wären zum einen die Open Source Messenger Textsecure und Signal. Des Weiteren werden für alle Betriebssysteme noch Threema und Telegram angeboten. Die Apps sind kostenlos bzw. äußerst günstig und einfach in der Bedienung. Warum nicht einen Versuch wagen?

9 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Das Problem dabei, auf einen anderen Messenger auszuweichen, besteht leider darin, dass diesen anderen Messenger höchstens 5% der gesamten Whatsapp-Kontakte nutzen – wenn überhaupt. Ich würde gerne einen anderen Messenger nutzen z.B. Threema aber was nützt es mir, wenn niemand anders diesen nutzt? So funktioniert Massenkontrolle. :(

    • Wenn keiner anfängt und nicht auf alternativer verweist wird das nichts. Ich habe mehreren Leuten Threema spendiert so kann ich auf andere Messenger verzichten.

  2. Hallo ist irgendwo in den agb s beschrieben das eine gewerbliche Nutzung untersagt wird oder wird darauf eingegangen? Vielen Dank für eine Antwort

    • @TKM: ja “You agree not to spam, or solicit for commercial purposes, any users of the Service.” (Pkt. 3 der Terms of Service).
      Interessant ist auch die Frage, ob ein Werbender ein Impressum aufweisen müsste – dazu habe ich leider noch nichts gefunden.

  3. Guten Morgen,
    in den allgemeinen Nutzungsbedingungen von WhatsApp heißt es u. A.
    “Adressbuch. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.”

    Mich irritiert der Satz, dass ich autorisiert bin, die Telefonnummern meiner Kontakte zur Verfügung zu stellen. Ich habe keinerlei schriftliche Erlaubnis meiner Kontakte, dass deren Telefonnummern weiter verwendet werden dürfen. Was für rechtliche Folgen können für mich entstehen, wenn ein Kontakt sich gegen diese Nutzung ausspricht, im schlimmsten Fall vor Gericht zieht, wenn ich WhatsApp weiter nutzen möchte, muss ich irgendwann ja die AGBs anerkennen. Ich kann natürlich meine Kontakte löschen und ein manuelles Telefonbuch führen, oder den Dienst von WhatsApp nicht mehr nutzen, aber ist das wirklich so von WhatsApp gewollt? Danke für eine Erklärung.

    • WhatsApp räumt sich das Recht ein, personenbezogene Daten wie die Telefonnummer des Nutzer sowie die sonstigen Kontakte im Adressbuch unter anderem an Facebook zu übermitteln. Die fortgesetzte Verwendung von WhatsApp stellt eine Zustimmung zu den geänderten AGB dar. Ist man mit diesen nicht einverstanden, so ist eine Nutzung nicht mehr möglich, die Anwendung ist also zu deinstallieren. Das Einverständnis betrifft aber zunächst nur die Weitergabe der personenbezogenen Daten des Nutzers. Hinsichtlich der anderen Kontakte findet das BDSG keine Anwendung, soweit die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung der Daten privat ausschließlich für persönliche oder familiäre Tätigkeiten erfolgt. Möglich bleibt jedoch ein Unterlassungsanspruch der Betroffenen. Inwieweit die Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sind, müsste jedoch im Einzelnen geprüft werden und kann leider nicht innerhalb dieses Blogs erfolgen.

  4. Als in WA die neue AGB aufploppte bin ich sofort misstrauisch geworden. Habe immer wieder auf “jetzt nicht” getippt um mich erstmal mit den Inhalt auseinander setzten zu können. Ich sehe es genau so wie hier.
    Meinen Account bei WA habe ich bereits gelöscht, nutze jetzt Threema und alternativ dazu noch Telegram. Mehrere meiner Kontakte haben dies ebenfalls getan.
    Wie Cypher schon schreibt:”wenn keiner anfängt und auf alternativen verweist, wird das nichts” …. der Rest meiner Kontakte? Na und? Es gibt immer noch SMS oder das gute alte Telefon. Wer mich erreichen möchte wird mich schon erreichen.

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